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Spielbericht
Argentinien
3:2
Ägypten

Argentinien feiert dramatisches Comeback gegen Ägypten

Nach einem 0:2-Rückstand dreht der Weltmeister die Partie im Achtelfinale innerhalb weniger Minuten und zieht durch ein 3:2 ins Viertelfinale ein.

Der amtierende Weltmeister Argentinien hat sich in einem dramatischen Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Ägypten durchgesetzt. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand drehten die Südamerikaner das Spiel in der Schlussphase innerhalb von 13 Minuten und gewannen die Partie in Atlanta noch mit 3:2. Damit sicherte sich die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni den Einzug in das Viertelfinale.

Ägyptische Führung und Elfmeter-Fehlschuss von Messi

Die ägyptische Nationalmannschaft startete defensiv mit einer Fünfer- oder Sechserkette, setzte aber von Beginn an auf gefährliche Nadelstiche im Umschaltspiel. Trainer Hossam Hassan hatte überraschend Omar Marmoush zunächst auf der Bank gelassen und stattdessen den robusteren Haissem Hassan aufgeboten. Diese Taktik ging früh auf: Nach einer Flanke von Marwan Attia setzte sich Innenverteidiger Yasser Ibrahim im Luftduell gegen Lisandro Martinez durch und köpfte in der 15. Minute zur Führung für den Außenseiter ein.

Argentinien erhielt nur wenige Minuten später die große Chance zur direkten Antwort. Nach einem Foul von Haissem Hassan an Nicolas Tagliafico im Strafraum entschied der französische Schiedsrichter Francois Letexier auf Elfmeter. Lionel Messi trat an, scheiterte jedoch in der 21. Minute am ägyptischen Torhüter Mostafa Shobeir. Für den 39-jährigen Superstar war es bereits der zweite vergebene Strafstoß bei diesem Turnier und der vierte Fehlschuss bei einer Weltmeisterschaft insgesamt – ein historischer Negativrekord.

In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Der starke Shobeir im ägyptischen Gehäuse parierte einen Kopfball von Alexis Mac Allister und verhinderte mit einem Reflex gegen einen Schuss von Julian Alvarez aus zehn Metern den Ausgleich (39.). Ein Freistoß von Messi klatschte zudem an den Pfosten.

Zweites Tor für Ägypten und die späte Wende

Nach dem Seitenwechsel drängte Argentinien weiter, doch Ägypten blieb durch Konter brandgefährlich. In der 58. Minute wurde ein Treffer von Mostafa Zico nach einem Foulspiel in der Entstehung noch vom Videoschiedsrichter (VAR) aberkannt. In der 67. Minute zählte der Treffer dann jedoch: Nach einem schnellen Umschaltspiel über Haissem Hassan und Mo Salah landete der Ball erneut bei Zico, der zum 2:0 für die Pharaonen einschob.

Die Schlussphase gehörte dem Weltmeister, der in der 79. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Cristian Romero köpfte eine Flanke von Messi zum 1:2 ein. Nur fünf Minuten später staubte Messi selbst aus dem Gewühl zum 2:2-Ausgleich ab (84.). Es war sein achtes Turniertor, womit er sich an die Spitze der Torschützenliste setzte und seinen Gesamtrekord auf 21 WM-Treffer ausbaute.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit vollendete Enzo Fernandez die Aufholjagd. Nach einer Flanke von Lautaro Martinez köpfte er zum 3:2-Siegtreffer ein. Die Ägypter protestierten vehement, da sie zu Beginn des Angriffs ein Foulspiel im eigenen Strafraum gesehen hatten, doch der Treffer hielt der Überprüfung stand.

Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel. Was für eine Gruppe an Spielern! Ich kann nicht mehr, ich muss aufhören. Es tut mir leid. Es ist unglaublich. Dafür lebe ich. Es ist ein großes Privileg für mich. Es ist unfassbar, wie gut wir spielen und wie viel wir kämpfen. Wir geben nie auf. Ich bin so froh. Es ist verrückt.

Ägypten reicht FIFA-Beschwerde gegen Schiedsrichter Letexier ein

Nach dem dramatischen Ausscheiden erhob Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan schwere Vorwürfe gegen das Schiedsrichtergespann. Er kritisierte die Entscheidungen in der Schlussphase und sprach von einer ungerechten Behandlung. Der ägyptische Verband reichte in der Folge offiziell Beschwerde bei der FIFA gegen Schiedsrichter Francois Letexier ein. Insbesondere die Entstehung des argentinischen Siegtreffers in der Nachspielzeit sorgt für Diskussionen.

Wir hatten den Sieg verdient, aber wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren. Das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden.

Pressestimmen und Sorgen im argentinischen Lager

Die internationale Presse reagierte mit Begeisterung auf das packende Achtelfinale. In Argentinien feierten die Zeitungen den Charakter der Mannschaft. La Nación schrieb vom "Herz eines Champions", während Clarín die "heroische Aufholjagd" hervorhob. In Spanien titelte die Mundo Deportivo, das Spiel sei die "Aufholjagd seines Lebens" für Messi gewesen, und As sprach gar von einer "Auferstehung".

Gleichzeitig wurden in den Medien auch kritische Stimmen laut. Der Schweizer Blick stellte fest, dass der Titelverteidiger wanke, aber noch nicht falle. In der heimischen Berichterstattung wird zudem diskutiert, dass Argentinien in der Defensive anfällig wirkte und sich nicht dauerhaft allein auf die Geniestreiche von Lionel Messi verlassen könne.

Quellen: Zeit Online, Zeit Online, Zeit Online, kicker, kicker, Sportschau, Sportschau

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