Ägyptens Nationaltrainer Hassan sorgt mit Palästina-Flagge für Aufsehen
Nach dem Sieg gegen Australien im Elfmeterschießen feierte Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan mit einer palästinensischen Flagge, was laut FIFA-Regularien nicht verboten ist.
Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan hat nach dem Einzug ins Achtelfinale für eine politische Geste gesorgt. Nach dem 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen Australien feierte der Coach den Erfolg auf dem Spielfeld mit einer palästinensischen Flagge. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Video, das zeigt, wie Hassan mit der Flagge in der Hand über den Rasen läuft, während von den Rängen „Free, free Palestine“-Rufe zu hören sind.
Auf der anschließenden Pressekonferenz begründete Hassan seine Aktion und erklärte, er widme den Sieg sowohl den Ägyptern als auch den Palästinensern. Seine Seele und sein Herz seien bei ihnen. Der Weltverband FIFA wurde bezüglich des Vorfalls für eine Stellungnahme angefragt, äußerte sich bislang jedoch nicht.
FIFA-Regularien erlauben Flaggen der Mitgliedsverbände
Aus rein rechtlicher Sicht drohen Hassan durch den Weltverband keine Konsequenzen. Die FIFA erlaubt grundsätzlich das Zeigen aller Flaggen, die den 211 Mitgliedsverbänden zuzuordnen sind. Da der palästinensische Fußballverband – ebenso wie beispielsweise der Deutsche Fußball-Bund – ein offizielles Mitglied der FIFA ist, ist das Zeigen dieser Flagge im Stadion gestattet. Dies gilt auch für die russische Flagge, die zuletzt ebenfalls im Umfeld des Turniers zu sehen war.
Dass die Handhabung politischer Symbole bei dieser Weltmeisterschaft dennoch zu Spannungen führt, zeigte ein Vorfall in Los Angeles. Während einer Partie der iranischen Nationalmannschaft wurde ein Zuschauer, der eine israelische Flagge mit sich führte, aus dem Stadion verwiesen, während im Hintergrund palästinensische Flaggen gezeigt wurden. Die Stadionverantwortlichen begründeten den Ausschluss mit einem bestehenden Sicherheitsrisiko. Das National Jewish Advocacy Center drohte daraufhin mit rechtlichen Schritten.
Zuvor hatte die FIFA bereits die vorrevolutionäre Flagge des Iran verboten, was auch gerichtlich bestätigt wurde. Diese Flagge gilt als Symbol des Widerstands gegen das Regime in Teheran und war von zahlreichen Zuschauern bei den Spielen des Iran präsentiert worden.
Vorfeld des Turniers von Spannungen geprägt
Der Nahostkonflikt beschäftigt den internationalen Fußball schon länger. Während Ligen wie die englische Premier League ein striktes Verbot für israelische und palästinensische Flaggen erlassen haben, sind diese in anderen europäischen Stadien, etwa bei Celtic Glasgow oder Athletic Bilbao, regelmäßig präsent. Bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar war die palästinensische Flagge allgegenwärtig und wurde unter anderem von den Spielern der marokkanischen Nationalmannschaft präsentiert.
Wie tief die Gräben sind, zeigte sich auch beim FIFA-Kongress im kanadischen Vancouver unmittelbar vor dem Turnier. Ein Versuch von FIFA-Präsident Gianni Infantino, die Vertreter des israelischen und des palästinensischen Verbandes für ein symbolisches Foto zu einem Handschlag zu bewegen, scheiterte. Der palästinensische Verbandschef verweigerte den Handschlag öffentlich, nachdem zuvor seine Forderung nach einem Ausschluss Israels von der FIFA nicht umgesetzt worden war.
Quellen: Sportschau
Spiele zum Thema
Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.
Alle News