Nach WM-Aus gegen Argentinien: FIFA-Schiedsrichterchef Collina weist ägyptische Kritik zurück
Nach dem Ausscheiden im WM-Achtelfinale gegen Argentinien erhebt Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan schwere Vorwürfe gegen das Schiedsrichtergespann, während der Verband offiziell Beschwerde einlegt.
Nach der 2:3-Niederlage Ägyptens im WM-Achtelfinale gegen Titelverteidiger Argentinien sorgt die Leistung des Unparteiischen für erhebliche Diskussionen. Der ägyptische Nationaltrainer Hossam Hassan erhob nach dem Spiel schwere Vorwürfe gegen das Schiedsrichtergespann um den Franzosen François Letexier. Der ägyptische Fußballverband hat zudem offiziell Beschwerde eingelegt und fordert den Ausschluss des Schiedsrichterteams vom weiteren Turnierverlauf. FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina wies die Anschuldigungen inzwischen deutlich zurück.
Hassan kritisierte insbesondere die Entstehung des argentinischen Siegtors durch Enzo Fernández in der Nachspielzeit (90.+2). Seiner Ansicht nach ging dem Treffer ein Foulspiel von Alexis Mac Allister an Hamdy Fathy im argentinischen Strafraum voraus, das einen Elfmeter für Ägypten hätte nach sich ziehen müssen. Der Vorfall sei zudem nicht vom Videoschiedsrichter (VAR) überprüft worden. ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner stützte die Einschätzung in Teilen und sprach von einem sehr unklugen Verhalten Mac Allisters, bei dem Argentinien viel Glück gehabt habe.
Zusätzlich bemängelte der ägyptische Coach, dass seiner Mannschaft in der 58. Minute ein Treffer von Mostafa Ziko aberkannt wurde. Hassan warf den Argentiniern vor, Druck auf den Unparteiischen ausgeübt zu haben, und beklagte eine mangelnde Fairness. Auch die Ansetzung der Partie um 12 Uhr mittags stieß beim Trainer auf Unverständnis, da diese den Rhythmus der Spieler beeinträchtigt habe.
Verband fordert Konsequenzen – Collina reagiert
Ägyptens Verbandspräsident Hany Abo Rida bestätigte die Einreichung einer offiziellen Beschwerde bei der FIFA. Er begründete diesen Schritt mit eklatanten Fehlentscheidungen und einer vermeintlichen Doppelmoral der Unparteiischen. Der Verband verlangt eine genaue Untersuchung der strittigen Szenen.
FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina reagierte auf der Website des Weltverbandes auf die Vorwürfe, ohne den konkreten Fall direkt beim Namen zu nennen. Er betonte, dass unbegründete Anschuldigungen im Fußball keinen Platz hätten und Schiedsrichterentscheidungen von niemandem beeinflusst werden könnten, auch nicht vom FIFA-Präsidenten.
Quellen: Sportschau
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