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Kritik an verlängerter Halbzeitpause im WM-Finale

Wegen einer geplanten Halbzeitshow im WM-Endspiel wird die Pause auf rund 25 Minuten verlängert, was bei Sportmedizinern und Regelhütern auf Bedenken stößt.

Beim anstehenden Finale der Weltmeisterschaft 2026 in New York wird es am Sonntag zu einer doppelten Premiere kommen. Erstmals stehen sich im Endspiel der aktuelle Titelverteidiger Argentinien und der amtierende Europameister Spanien gegenüber. Zudem wird es in der Halbzeitpause zum ersten Mal eine große Show geben, die die Unterbrechung deutlich verlängern wird. Wie der Weltverband FIFA mitteilte, wird die Pause für die Mannschaften voraussichtlich rund 25 Minuten betragen.

Der Ablaufplan der FIFA sieht vor, dass unmittelbar nach dem Pausenpfiff ein sechsminütiger Aufbau für die Show beginnt. Danach folgt ein elfminütiges Musikprogramm, bei dem Stars wie Madonna, Shakira und die K-Pop-Band BTS auftreten sollen. Zudem sind Auftritte des nigerianischen Musikers Burna Boy gemeinsam mit dem Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor angekündigt. Nach der Show sind weitere sechs Minuten für den Abbau der Bühne und die Bewässerung des Rasens eingeplant.

Sportmedizinische Bedenken wegen Abkühlung

Die Verlängerung der Pause über die im Regelwerk eigentlich festgeschriebenen 15 Minuten hinaus stößt auf deutliche Kritik. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufsport und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln, warnt vor den physiologischen Folgen für die Spieler. Zwar regenerierten die Akteure in einer längeren Pause etwas besser, gleichzeitig sinken jedoch Muskeltemperatur, Herzfrequenz und die neuromuskuläre Aktivierung.

Laut Predel zeigen Studien, dass bereits ein Rückgang der Muskeltemperatur um ein bis zwei Grad Celsius die maximale Kraftentwicklung, die Sprintgeschwindigkeit und die Schnellkraft negativ beeinflussen kann. Da der Fußball von kurzen, explosiven Aktionen lebt, könne dies direkt nach dem Wiederanpfiff leistungsrelevant sein und das Verletzungsrisiko erhöhen. Ein strukturiertes Reaktivierungsprogramm mit Laufübungen und kurzen Sprints in den letzten Minuten vor dem Wiederbeginn sei daher unerlässlich.

Regelhüter äußerten bereits in der Vergangenheit Vorbehalte

Auch die Regelhüter des International Football Association Boards (IFAB) lehnten eine generelle Verlängerung der Halbzeitpause in der Vergangenheit ab. Als der südamerikanische Verband CONMEBOL im Jahr 2021 offiziell eine Ausweitung auf 25 Minuten beantragte, verwies das IFAB auf gesundheitliche Risiken für die Spieler durch eine zu lange Inaktivität. Dennoch setzten sich Verbände zuletzt wiederholt über diese Bedenken hinweg. So dauerte die Pause im Finale der Copa América 2024 wegen eines Auftritts von Shakira ebenso 25 Minuten wie beim Endspiel der Klub-WM 2025.

Kritik an dieser Praxis gab es bereits damals von Trainerseite. Kolumbiens Nationaltrainer Néstor Lorenzo betonte während der Copa América, dass eine solche Verlängerung die Spieler abkühlen lasse und die Verletzungsanfälligkeit steigere. Die FIFA orientiert sich mit der Ausrichtung der Show am nordamerikanischen Sporterlebnis nach dem Vorbild des Super Bowls.

Quellen: Sportschau, Sportschau

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