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Almiron, Robertson und Vozinha: Die etwas andere Elf der Weltmeisterschaft 2026

Abseits der großen Titelentscheidungen hat die Weltmeisterschaft 2026 zahlreiche kuriose Geschichten, historische Platzverweise und überraschende Helden hervorgebracht.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bot neben dem sportlichen Geschehen auf dem Rasen eine Reihe von außergewöhnlichen Randgeschichten. Abseits der etablierten Weltstars spielten sich Akteure kleinerer Nationen und unerwartete Protagonisten in den Fokus der Öffentlichkeit.

Überraschende Helden im Tor und in der Defensive

Im Vorfeld des Turniers gab es deutliche Kritik am neuen Modus mit 48 Mannschaften und der Teilnahme vermeintlich chancenloser Außenseiter. Für eine der großen Überraschungen sorgte die Nationalmannschaft von Kap Verde beim 0:0-Unentschieden gegen Spanien. Im Mittelpunkt stand dabei Torhüter Josimar José Evora Dias, bekannt unter seinem Künstlernamen Vozinha. Der derzeit vereinslose Keeper steigerte seine Reichweite auf Instagram während des Turniers von 50.000 auf 23 Millionen Follower. Nach Visa-Problemen reiste auch seine Mutter in die USA, um ihn im Stadion zu unterstützen. Dem Vernehmen nach zeigt der US-Klub Inter Miami Interesse an einer Verpflichtung des Torwarts.

In der Verteidigung machte Andy Robertson von sich reden. Die Heimatgemeinde des schottischen Kapitäns änderte für die Dauer der Weltmeisterschaft ihren Namen von "East Renfrewshire" in "East Robboshire". Zuvor hatte bereits die Qualifikation der Schotten für Begeisterung in der Heimat gesorgt: Die Bank of Scotland druckte eine Sonderedition der 20-Pfund-Note mit dem Fallrückzieher-Motiv von Scott McTominay, und nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen Haiti ordnete Regierungschef John Swinney einen nationalen Feiertag zur Erholung an.

Ebenfalls in der Abwehr überzeugte Sidny Lopes Cabral aus Kap Verde. Der Defensivakteur, der in seiner Karriere unter anderem für Rot-Weiß Erfurt in der Oberliga und Viktoria Köln in der 3. Liga aktiv war, erzielte im Sechzehntelfinale gegen Argentinien in der Verlängerung den Ausgleichstreffer zum 1:1. Nach dem Tor lief er über den gesamten Platz, um den Treffer mit seiner Freundin auf der Tribüne zu feiern.

Livano Comenencia von Curacao trug sich ebenfalls in die Geschichtsbücher ein. Der beim FC Zürich unter Vertrag stehende Außenverteidiger erzielte im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland das historische erste WM-Tor für den Debütanten zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Obwohl Curacao die Partie letztlich mit 1:7 verlor und nach der Gruppenphase ausschied, blieb der Moment für den Außenseiter von historischer Bedeutung.

Debatten im Mittelfeld und ein historischer Platzverweis

Für Diskussionen abseits des Sportlichen sorgte der belgische Mittelfeldspieler Jeremy Doku. Da sich die Geburt seines Sohnes Praise früher als erwartet ankündigte, reiste er mit Erlaubnis des belgischen Verbandes kurzzeitig in die Heimat. Diese Entscheidung stieß bei einer französischen TV-Journalistin auf scharfe Kritik, die die Rolle des Vaters bei einer Geburt als nebensächlich bezeichnete und Dokus Pflichten als Nationalspieler einforderte. Der Sender distanzierte sich in der Folge von den Äußerungen und entzog der Journalistin die Moderation, während der Verband französischer Sportjournalistinnen die Aussagen als rückwärtsgewandt verurteilte. Dokus Ehefrau Shirin verteidigte ihren Mann anschließend öffentlich in den sozialen Netzwerken.

Einen historischen Platzverweis erhielt Miguel Almiron aus Paraguay im Spiel gegen die Türkei. Schiedsrichter Ivan Barton des Platzes verwies den Mittelfeldspieler mit einer Roten Karte, weil dieser bei einer Auseinandersetzung mit einem Gegenspieler seinen Mund bedeckt hatte. Es war der erste Feldverweis dieser Art in der WM-Geschichte. Die FIFA hatte diese Regelung neu eingeführt, nachdem es im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon zu einem ähnlichen Vorfall zwischen Vinicius Jr. und Gianluca Prestianni gekommen war.

Quellen: Sportschau

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