Argentinien zwingt Kap Verde erst in der Verlängerung in die Knie
Der Weltmeister wendet im Sechzehntelfinale von Miami ein historisches Debakel ab und schlägt den mutigen Außenseiter nach 120 Minuten mit 3:2.
Titelverteidiger Argentinien hat im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 in Miami nur mit allergrößter Mühe eine historische Sensation verhindert. Die Mannschaft um Superstar Lionel Messi setzte sich nach einem dramatischen Spielverlauf erst nach Verlängerung mit 3:2 gegen den WM-Debütanten Kap Verde durch. Der krasse Außenseiter forderte den Favoriten bis zum Schlusspfiff und verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus dem Turnier.
Geduldsspiel und Messis Führung
Vom Anpfiff weg entwickelte sich die Partie in Miami zu der erwarteten Geduldsprobe für die Argentinier. Kap Verde stand defensiv äußerst kompakt, agierte zweikampfstark und ließ in den ersten zehn Minuten keinen einzigen Torschuss des Weltmeisters zu. Lionel Messi, der in seinem 30. WM-Spiel von mehreren Bewachern eng markiert wurde, vergab in der 15. Minute die erste Gelegenheit, als er flach am rechten Pfosten vorbeischoss. Drei Minuten später parierte Kap Verdes 40-jähriger Torhüter Vozinha einen Freistoß des Kapitäns mühelos.
In der 29. Minute knackte der Favorit schließlich den Abwehrriegel. Nach einem hohen Zuspiel von Martinez kontrollierte Messi den Ball mit dem linken Fuß und bezwang Vozinha aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung. Es war bereits das siebte Turniertor des Angreifers im vierten Spiel.
Kap Verde schlägt zurück
Der Außenseiter zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und nutzte in der 59. Minute eine Unachtsamkeit in der argentinischen Defensive. Nach einer Vorlage von Ryan Mendes kam Deroy Duarte im Strafraum völlig frei zum Abschluss und traf flach ins linke Eck zum viel umjubelten Ausgleich.
In der Folge entwickelte sich ein Privatduell zwischen Messi und dem glänzend aufgelegten Vozinha. Der Schlussmann parierte erst im Eins-gegen-Eins gegen den heranstürmenden Messi und lenkte in der 73. Minute einen frech aufs kurze Eck gezogenen Freistoß um den Pfosten. Auch in der fünften Minute der Nachspielzeit war Vozinha zur Stelle, als er einen abgefälschten Freistoß Messis parierte und sein Team damit in die Verlängerung rettete.
Dramatische Verlängerung
Die Verlängerung begann mit einem Paukenschlag für die Südamerikaner. Nach einem Eckball und einer Kopfballverlängerung stand Lisandro Martinez am zweiten Pfosten goldrichtig und drosch den Ball in der 93. Minute zur erneuten Führung unter die Latte. Doch auch dieser Rückschlag brach den Widerstand der "Blauhaie" nicht.
In der 103. Minute gelang Kap Verde der erneute Ausgleich durch ein Traumtor. Sidny Lopes Cabral, der in seiner Karriere unter anderem für Viktoria Köln und Rot-Weiß Erfurt aktiv war, setzte sich auf der linken Seite gegen Alexis Mac Allister durch und zirkelte den Ball vom Strafraumeck präzise in den rechten Winkel.
Die Entscheidung fiel schließlich in der 111. Minute nach einer Standardsituation. Eine Ecke von Messi köpfte Cristian Romero in Richtung Tor, wobei der Ball von Diney Borges unhaltbar abgefälscht wurde. Die FIFA wertete den Treffer nachträglich als Eigentor von Borges. Kap Verde warf in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne und erarbeitete sich Chancen, der erneute Ausgleich gelang jedoch nicht mehr.
Achtelfinale gegen Ägypten wartet
Während Argentinien am kommenden Dienstag in Atlanta im Achtelfinale auf Ägypten und Mohamed Salah trifft, ist die historische erste WM-Teilnahme für Kap Verde beendet. Nach drei Unentschieden in der Gruppenphase gegen Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien verabschiedet sich das Team mit viel Applaus und dem Respekt der Fußballwelt.
Das Volk von Kap Verde darf seinen Spielern dankbar sein. Sie haben unser Land auf der ganzen Welt würdig vertreten. Für uns fühlt sich das wie ein Sieg an.
Wir wussten, dass es eine starke Mannschaft ist. Hier gibt es keine Geschenke. Das Wichtigste ist es, sich jetzt auszuruhen und dann die positiven Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen.
Stolz und Respekt für den Außenseiter nach dem Drama
Die internationale Presse würdigte den Auftritt des Außenseiters am Tag nach der Partie ausgiebig. Während die argentinischen Medien wie "La Nación" von einem "Triumph und Erleichterung" sprachen, feierte die englische Zeitung "The Independent" den Auftritt Kap Verdes als die "denkbar beste Rechtfertigung für eine Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften". Die französische "L'Équipe" sprach angesichts des Spielverlaufs von "reinem Wahnsinn".
Quellen: Sportschau, Sportschau, Sportschau, Sportschau, Sportschau, kicker, kicker, kicker
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