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Belgiens Trainer Rudi Garcia: Klares Coaching, kaum Diplomatie

Vor dem Viertelfinal-Duell gegen Spanien sorgt Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia mit unmissverständlichen Entscheidungen und deutlichen Worten für Diskussionen.

Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia stand im Verlauf dieser Weltmeisterschaft bereits kurz vor dem Aus. Nach dem Einzug in das Viertelfinale trifft der in Frankreich geborene Coach mit spanischen Wurzeln nun auf das Heimatland seines Vaters. Während Garcia sportlich die Wende einleitete, sorgt sein Umgang mit etablierten Kräften in der belgischen Öffentlichkeit für erhebliche Diskussionen. Diplomatie gehört nicht zu den Stärken des Trainers.

Besonders eine Aussage nach dem deutlichen 4:1-Erfolg im Achtelfinale gegen die USA erregte Aufsehen. Auf die Frage, weshalb er auf den langjährigen Leistungsträger und Superstar Kevin De Bruyne verzichtet habe, antwortete Garcia kurz: "Wir haben Kevin nicht gebraucht. Wir haben Tore geschossen." De Bruyne, der in 123 Länderspielen an über 90 Toren direkt beteiligt war, gilt in Belgien als die Symbolfigur der sogenannten goldenen Generation.

Konsequente Entscheidungen gegen große Namen

Sportlich gaben die Resultate dem Trainer recht. Ohne De Bruyne zeigte die belgische Mannschaft eine deutlich verbesserte Leistung im Vergleich zu den vorherigen Turnierspielen. Garcia hatte für die Partie gegen die USA weitreichende personelle Konsequenzen gezogen. Neben De Bruyne blieben auch Jeremy Doku und Stürmer Romelu Lukaku zunächst auf der Bank. Stattdessen erhielten Charles De Ketelaere, Nicolas Raskin und der später eingewechselte Hans Vanaken die Chance und überzeugten.

Diese harten Maßnahmen waren die Reaktion auf das dramatische Achtelfinale gegen den Senegal. Dort stand Belgien fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit vor dem Ausscheiden und lag mit 0:2 im Hintertreffen. Garcia bewies jedoch Qualitäten im In-Game-Coaching: Bereits in der 56. Minute hatte er trotz des Rückstands De Bruyne und Doku ausgewechselt und später das System angepasst. Der eingewechselte Lukaku in der 86. Minute und Youri Tielemans in der 89. Minute retteten Belgien in die Verlängerung, in der Tielemans in der 125. Minute den 3:2-Siegtreffer erzielte.

Kritik an Gegnern und Funktionären

Garcias direkte Art betrifft nicht nur das eigene Team. Nach dem Sieg über den Senegal stichelte er gegen den Gegner und erklärte im Interview, man habe gewusst, dass solche Teams bei einer Führung am Ende ihre Disziplin verlieren würden. Als er im selben Gespräch auf die schwache Leistung seiner Mannschaft vor der Aufholjagd angesprochen wurde, brach er das Interview kurzerhand ab.

Auch gegenüber sportpolitischen Entscheidungen zeigt sich der Trainer meinungsstark. Die Rücknahme der Roten Karte gegen den US-Amerikaner Folarin Balogun nach einer Intervention von Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino kommentierte Garcia ironisch mit den Worten, er habe gar nicht gewusst, dass der 1. April sei. Gleichzeitig nahm er den Spieler Balogun ausdrücklich in Schutz, da dieser nichts für die Umstände könne.

Am Freitag trifft Belgien im Viertelfinale auf Spanien. Es bleibt abzuwarten, ob Garcia seinen harten Kurs bei der Aufstellung beibehält.

Quellen: Sportschau

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