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Finnlands Verband unterstützt Infantino trotz deutlicher Kritik

Der finnische Fußballverband hat angekündigt, Gianni Infantino bei der FIFA-Präsidentschaftswahl 2027 zu unterstützen, spart jedoch nicht mit deutlicher Kritik am Kurs des Weltverbands.

Der finnische Fußballverband hat öffentlich erklärt, bei der kommenden FIFA-Präsidentschaftswahl im März 2027 in Rabat für eine Wiederwahl von Gianni Infantino zu stimmen. Verbandspräsident Ari Lahti betonte in einer Mitteilung jedoch, dass es sich dabei um keine unkritische Zustimmung handle. Die Entscheidung sei im Vorstand des Verbandes nicht einstimmig gefallen und im Vorfeld als schwierig eingestuft worden.

In der Stellungnahme übte der finnische Verband deutliche Kritik an Infantinos Amtsführung. Lahti sprach unter anderem von einem peinlichen Friedenspreis, den der FIFA-Präsident an US-Präsident Donald Trump vergeben hatte. Zudem wurden die Bewerbungsprozesse für die Männer-Weltmeisterschaften 2030 und 2034 kritisiert. Diese Vorfälle hätten den Ruf des Fußballs in Finnland unbestreitbar beschädigt und einen Schatten auf die Arbeit der FIFA geworfen.

Finanzielle Abhängigkeit sichert Infantinos Macht

Als Hauptgrund für die Unterstützung nannte der finnische Verband die positive finanzielle Entwicklung unter Infantinos Präsidentschaft. Die FIFA habe die Mittel zur Entwicklung des Fußballs für die Nationalverbände vervielfacht. Finnland erhielt in diesem Jahr 2,35 Millionen Euro vom Weltverband. Lahti bezeichnete die FIFA als bedeutenden Finanzier für die Entwicklung des finnischen Fußballs. Diese finanzielle Verflechtung gilt als das zentrale Machtinstrument Infantinos, da viele der 211 Mitgliedsverbände stark von den FIFA-Zahlungen abhängig sind.

Kritik an dieser Struktur kommt von der Menschenrechtsorganisation FairSquare. Deren Vertreter Nick McGeehan bezeichnete die finanzielle Beziehung zwischen der FIFA-Spitze und den stimmberechtigten Verbänden als strukturellen Mangel, der die FIFA zu einer dysfunktionalen Organisation mache. Infantino wies solche Vorwürfe in der Vergangenheit zurück und argumentierte, dass die Gelder zweckgemäß an die Mitgliedsverbände fließen müssten.

Breite Unterstützung und Kritik von Fanseite

Trotz der internen Zweifel gilt die Wiederwahl von Infantino in acht Monaten als gesichert, da es an Gegenkandidaten fehlt. Berichten zufolge haben bereits mehr als 200 der 211 Nationalverbände ihre Unterstützung schriftlich hinterlegt. Der Deutsche Fußball-Bund gehört bislang nicht dazu. DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der Infantino bereits bei der Wahl 2023 nach dem Streit um die One-Love-Binde die Unterstützung versagt hatte, kündigte an, das Stimmverhalten zunächst in den Verbandsgremien zu beraten.

Gegenwind für den finnischen Verband gab es zudem aus den eigenen Reihen. Die Fanvereinigung der finnischen Nationalmannschaft äußerte sich besorgt über die Entscheidung. Unter Infantino seien die Interessen der Fans durch kommerzielle Ziele, wie etwa steigende Ticketpreise für die Weltmeisterschaften, zunehmend ins Abseits gedrängt worden. Das Bündnis forderte den Verband auf, sich bei der FIFA für sichere und bezahlbare Bedingungen für Stadionbesucher einzusetzen.

Quellen: Sportschau

Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.

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