Der Einfluss der Weltmeisterschaft auf den Transfermarkt
Während vereinslose Spieler wie Torhüter Vozinha durch starke WM-Auftritte begehrt sind, bezweifeln Experten wie Markus Krösche einen generellen Preisanstieg bei etablierten Stars.
Die Fußball-Weltmeisterschaft gilt traditionell als das größte Schaufenster im Weltfußball. Aktuell zeigt sich dies besonders am Beispiel des kapverdischen Torhüters Vozinha. Der 40-Jährige, der im Laufe seiner 15-jährigen Profikarriere unter anderem in Zypern, der Slowakei, Moldawien, der zweiten portugiesischen Liga und in Angola spielte, ist derzeit vereinslos. Nach vier starken Auftritten bei der WM steht der Routinier im Fokus mehrerer Klubs. Neben Angeboten aus der saudi-arabischen Pro League und von Real Betis Sevilla soll insbesondere der US-amerikanische MLS-Klub Inter Miami an einer Verpflichtung des Torhüters interessiert sein.
Auch für den paraguayischen Nationaltorhüter Orlando Gill zeichnet sich ein Karrieresprung ab. Der 26-jährige Keeper, der aktuell beim argentinischen Erstligisten CA San Lorenzo unter Vertrag steht, wird nach seinen Leistungen beim Turnier erstmals mit verschiedenen europäischen Vereinen in Verbindung gebracht.
Geteilte Meinungen über den WM-Effekt
Dass starke WM-Auftritte die Marktwerte von Spielern massiv steigern können, zeigten in der Vergangenheit Beispiele wie James Rodríguez nach der WM 2014 oder Enzo Fernández nach dem Turnier 2022. Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, bezweifelt jedoch, dass eine Weltmeisterschaft heute noch derselbe Preistreiber ist wie in früheren Zeiten.
Früher war das viel mehr. Früher haben wir diesen wenigen Spielen viel mehr Gewicht beigemessen. Aber ich glaube, der Fußball hat dazugelernt. Heute ist das Scouting viel strategischer. Meiner Meinung nach hat ein Turnier nicht mehr denselben Einfluss auf die Entscheidung eines Vereins wie vielleicht noch vor zehn Jahren.
Laut Krösche habe sich das Scouting der Vereine unter anderem durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz stark weiterentwickelt. Der Marktwert eines Spielers entwickele sich primär durch den alltäglichen Ligabetrieb und die internationalen Klubwettbewerbe. Eine Weltmeisterschaft diene den Vereinen heute eher dazu, bereits gezeigte Leistungen aus dem Vereinsalltag zu bestätigen.
Frühzeitige Transfers zur Vermeidung von Wettbieten
Dass Vereine versuchen, potenziellen Preissteigerungen während des Turniers aus dem Weg zu gehen, zeigt das Agieren des FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister einigte sich bereits in der Frühphase der Weltmeisterschaft mit Eintracht Frankfurt auf eine Ablösesumme für Außenverteidiger Nathaniel Brown, obwohl dieser in der Gruppenphase überzeugte. Auch beim marokkanischen Nationalspieler Ismael Saibari steckten die Münchner noch vor dessen Treffern in der Vorrunde den finanziellen Rahmen für einen Transfer mit der PSV Eindhoven ab.
Wie viel Einfluss das Turnier auf die finalen Ablösesummen von Talenten wie Johan Manzambi vom SC Freiburg oder dem 18-jährigen Marokkaner Ayyoub Bouaddi hat, bleibt abzuwarten. Lilles Präsident Olivier Létang betonte bereits, dass Bouaddi nicht günstig abzugeben sei, begründete dies jedoch mit dem allgemeinen Preisniveau auf dem Transfermarkt und verwies auf die Transfers von Elliot Anderson und Sandro Tonali.
Quellen: Sportschau
Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.
Alle News