Bundestrainer-Suche und finanzielle Belastungen beim DFB
Nach dem vorzeitigen WM-Aus treibt der DFB die Verhandlungen mit Wunschkandidat Jürgen Klopp voran, während die sportliche Krise den Verband auch finanziell schwer belastet.
Verhandlungen mit Jürgen Klopp in den USA
Die Bemühungen des Deutschen Fußball-Bundes um Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer werden konkret. Nach der Trennung von Julian Nagelsmann soll eine DFB-Delegation bestehend aus Verbandspräsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke im Laufe der kommenden Woche in die USA reisen. Dort, in New York, befindet sich derzeit das WM-Quartier von Klopp, der während des Turniers als Experte für MagentaTV im Einsatz ist. Der DFB hatte zuvor mitgeteilt, dass Klopp eine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert habe.
Unterstützung für diese Personalie kommt von Christian Heidel. Der Sportvorstand von Mainz 05, der Klopp im Jahr 2001 zum Cheftrainer beförderte, sieht in ihm den idealen Nachfolger. Heidel betonte, dass die Rolle des Bundestrainers sich stark von der eines Vereinstrainers unterscheide. Während Nagelsmann fachlich überragend sei, lägen die Stärken von Klopp vor allem im emotionalen Bereich, in der Empathie und der Ausstrahlung, was für das Amt des Bundestrainers entscheidend sei.
Trotz der laufenden Verhandlungen wird Klopp seine Rolle als TV-Experte bis zum Ende der Weltmeisterschaft fortsetzen. Der Telekom-TV-Chef Arnim Butzen bestätigte, dass Klopp wie geplant bis zum Finale am 19. Juni in New York/New Jersey im Einsatz bleiben wird. Ob Sportdirektor Rudi Völler, dessen Vertrag noch bis 2028 läuft, Teil der künftigen sportlichen Leitung bleibt, hängt maßgeblich von der Besetzung des Bundestrainerpostens ab. Völler wird voraussichtlich nicht mit der Delegation in die USA reisen, ein zeitnaher Austausch mit Klopp steht jedoch im Raum.
Hohe Kosten durch Trainerwechsel und WM-Aus
Das frühe Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay belastet den DFB nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Der Verband muss erhebliche Summen für den Trainerwechsel aufbringen. Die Abfindung für den freigestellten Julian Nagelsmann soll dem Vernehmen nach knapp unter sieben Millionen Euro liegen, während das Gehalt für Jürgen Klopp auf mindestens zehn Millionen Euro pro Jahr taxiert wird. Zudem könnten Ablöseforderungen des Red-Bull-Konzerns fällig werden, bei dem Klopp derzeit als weltweiter Fußballchef unter Vertrag steht.
Demgegenüber stehen geringe Einnahmen aus dem Turnier. Durch das Erreichen des Sechzehntelfinals schüttet die FIFA lediglich 11 Millionen US-Dollar plus 2,5 Millionen US-Dollar Vorbereitungsprämien aus – umgerechnet fast 12 Millionen Euro. Dem stehen hohe Reisekosten für den gesamten Tross in den USA gegenüber. Ein kleiner finanzieller Lichtblick für den Verband ist der bevorstehende Ausrüsterwechsel: Nach der WM übernimmt Nike die Ausstattung der Nationalmannschaft von Adidas, was dem DFB bis 2034 jährlich rund 100 Millionen Euro einbringen soll.
Quellen: kicker, Sportschau, Sportschau, Sportschau
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