Schwindender Einfluss des FC Bayern beim DFB
Während der Deutsche Fußball-Bund intensiv mit Jürgen Klopp verhandelt, bleibt der FC Bayern München außen vor und verliert im Verband zunehmend an sportpolitischer Macht.
Der FC Bayern München gilt als der wirtschaftlich stärkste und erfolgreichste Klub des Landes. Doch im Zuge der aktuellen Verhandlungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp wird deutlich, dass der Einfluss des Rekordmeisters auf sportpolitischer Ebene spürbar abgenommen hat. Während fast stündlich neue Details zu den Gesprächen an die Öffentlichkeit dringen, verhält sich der Branchenriese aus München auffallend ruhig.
Die Verhandlungen mit Klopp werden maßgeblich von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke geführt. Watzke gilt derzeit als der mächtigste Funktionär im deutschen Fußball und ist die treibende Kraft hinter der Personalie Klopp. Dass der FC Bayern in diesen Prozessen keine Rolle mehr spielt, liegt auch an einem personellen Vakuum. Seitdem sich Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß aus der ersten Reihe der Münchner zurückgezogen haben, fehlt dem Verein das sportpolitische Gewicht. Die Nachfolger Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic konnten diese Lücke nicht füllen.
Keine Münchner Vertreter in den DFB-Gremien
Auch in den entscheidenden Gremien des DFB ist der FC Bayern kaum noch vertreten. Im Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG, dem unter anderem Alexander Wehrle vom VfB Stuttgart vorsitzt, befindet sich unter den 14 Mitgliedern niemand mit einer Vergangenheit beim FC Bayern. In der vierköpfigen Gesellschafterversammlung, die formell über den Bundestrainer entscheidet, sitzen neben Neuendorf und Watzke noch Oliver Leki vom SC Freiburg und Amateurvertreter Ronny Zimmermann. Der Vorstandsvorsitzende der Bayern, Jan-Christian Dreesen, sitzt zwar im DFB-Vorstand, tritt in der Öffentlichkeit jedoch deutlich dezenter auf als andere Bundesliga-Vertreter.
Zudem weisen die handelnden Personen beim DFB keinerlei Verbindung zum Rekordmeister auf. Weder DFB-Sportdirektor Rudi Völler noch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig haben eine Vergangenheit in München. Als potenzieller Nachfolger für den zum Jahresende ausscheidenden Rettig gilt Per Mertesacker, zu dem der DFB bereits seit Monaten Kontakt hält. Auch Mertesacker spielte in seiner aktiven Karriere nie für die Bayern.
Hummels befürwortet Klopp als Bundestrainer
Unterstützung für die Pläne des DFB gibt es derweil von prominenter Seite. Der ehemalige Nationalspieler Mats Hummels hat sich klar für ein Engagement seines früheren Vereinstrainers ausgesprochen. Er sei felsenfest davon überzeugt, dass Jürgen Klopp die deutsche Nationalmannschaft auf internationaler Bühne wieder zu Erfolgen führen werde.
Zuletzt hatte es jedoch auch kritische Stimmen gegeben. ZDF-Experte Bastian Schweinsteiger bemängelte während der Weltmeisterschaft die mangelnde Souveränität des DFB bei der Trainersuche und fragte, ob der Verband überhaupt Alternativen zu Klopp habe. Auch aus der Bundesliga wurden Bedenken laut, ob die Fixierung auf Klopp der richtige Weg sei – diese Einwände stammten jedoch nicht vom FC Bayern.
Quellen: kicker, Sportschau
Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.
Alle News