Die Bedeutung von Nationalhymnen bei der Weltmeisterschaft
Bei der WM zeigen sich Nationalhymnen als akustische Staatssymbole, die weit mehr als nur zeremoniellen Charakter haben und identitätsstiftende Erzählungen transportieren.
Ob im Stadion, bei diplomatischen Besuchen, bei Staatsakten oder Siegerehrungen: Das Abspielen von Nationalhymnen folgt festen gesellschaftlichen Regeln. Der Komment gebietet es, dass Zuschauer aufstehen, Haltung annehmen, die Kopfbedeckung abnehmen und mitsingen. Durch diese Rituale, die sonst vor allem aus dem religiösen Kontext bekannt sind, verleiht sich der säkulare Staat kurzzeitig eine eigene Liturgie. Das Abnehmen der Kopfbedeckung, das sonst primär in Kirchen üblich ist, wird hier auf das Gemeinwesen übertragen.
Beim Singen der Hymne tritt das Gemeinwesen, seine Geschichte und die ihm zugrundeliegenden Werte an die Stelle eines höheren Wesens. Die Nationalhymne fungiert somit als akustisches Staatssymbol. In Deutschland ist das Verhältnis zur eigenen Hymne aufgrund der historischen Entwicklung und der Vergangenheit des Landes mehrfach und zu Recht gebrochen.
Quellen: Zeit Online
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