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Die Wege der ehemaligen Bundestrainer als Lehre für Julian Nagelsmann

Nach dem Ende seiner Amtszeit steht der 38-jährige Julian Nagelsmann vor einer ungewissen Zukunft und kann aus den unterschiedlichen Karrierewegen seiner Vorgänger wichtige Lehren ziehen.

Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer gescheitert. Der 38-Jährige, der zuvor als jüngster Bundesliga-Trainer in Hoffenheim, bei RB Leipzig und beim FC Bayern München eine der steilsten Karrieren im deutschen Fußball hingelegt hatte, steht nun an einem Scheideweg. Wie sich sein Marktwert nach dem Aus beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) entwickelt, bleibt abzuwarten. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass das Ende der Amtszeit beim DFB für viele Trainer zum entscheidenden Knackpunkt wurde. Für Nagelsmanns Zukunft zeichnen sich im Wesentlichen drei Optionen ab, die seine Vorgänger bereits vorgelebt haben.

Der direkte Ruhestand als unwahrscheinliche Option

Die erste Option ist der endgültige Ruhestand. Diesen Weg wählten in der Vergangenheit Trainer wie Helmut Schön, der nach fast 14 Jahren im Amt sowie dem Gewinn der Welt- und Europameisterschaft im fortgeschrittenen Alter von über 60 Jahren abtrat. Auch Sepp Herberger und Erich Ribbeck verabschiedeten sich nach ihrer Zeit als Bundestrainer direkt in den Ruhestand. Für den jungen Nagelsmann dürfte dieses Szenario jedoch keine Rolle spielen.

Das direkte neue Abenteuer birgt Risiken

Die zweite Möglichkeit ist der direkte Einstieg in eine neue Aufgabe. Dass dies erfolgreich sein kann, bewies Jupp Derwall, der nicht einmal einen Monat nach seinem DFB-Aus bei Galatasaray Istanbul unterschrieb, dort Erfolge feierte und später als Technischer Direktor sowie Berater für den türkischen Verband tätig war.

Weniger erfolgreich verliefen die direkten Anschlussstationen bei anderen Trainern. Rudi Völler heuerte kurz nach seiner Amtszeit als Bundestrainer bei der AS Rom an, trat jedoch nach weniger als einem Monat zurück, da er keinen Zugang zur Mannschaft fand. Völler wechselte danach dauerhaft in die Rolle des Funktionärs bei Bayer Leverkusen und beim DFB. Auch Franz Beckenbauer erlebte nach der Weltmeisterschaft 1990 eine turbulente Zeit, als er als Technischer Direktor bei Olympique Marseille einstieg, interimsmäßig als Trainer übernahm und sich mit dem Clubpräsidenten überwarf. Trotz der Meisterschaft trat Beckenbauer zurück und wechselte anschließend ebenfalls in die Funktionärsebene beim FC Bayern, dem DFB und der FIFA.

Die Auszeit als Chance für den Neuanfang

Als dritte Option bietet sich eine bewusste Auszeit an. Berti Vogts zog sich nach seinem Abschied enttäuscht zurück und übernahm erst fast zwei Jahre später Bayer Leverkusen. Nach dem Misslingen dieses Engagements trainierte Vogts ausschließlich Nationalmannschaften wie Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan. Jürgen Klinsmann legte ebenfalls eine zweijährige Pause ein, bevor er beim FC Bayern München unterschrieb – ein Engagement, das jedoch scheiterte. Erfolgreicher verlief seine anschließende Reformarbeit als Nationaltrainer und Technischer Direktor in den USA, während seine späteren Stationen bei Hertha BSC und als Nationaltrainer von Südkorea glücklos blieben.

Joachim Löw befindet sich mittlerweile seit fünf Jahren in einer unfreiwilligen Auszeit. Trotz anfänglichen Interesses von Topklubs wie Real Madrid und Löws anhaltender Bereitschaft für eine neue Aufgabe ergab sich seither kein konkretes Engagement mehr.

Dass eine Auszeit optimal genutzt werden kann, zeigt das Beispiel von Nagelsmanns direktem Vorgänger Hansi Flick. Nach knapp einem Jahr Pause übernahm Flick den FC Barcelona, führte das Team zu zwei Meisterschaften in Folge sowie ins Halbfinale der Champions League und genießt dort seither hohes Ansehen.

Fazit für Nagelsmann

Für Julian Nagelsmann lassen sich aus den Biografien seiner Vorgänger klare Lehren ziehen. Ein schneller Wechsel zu einem neuen Verein kann funktionieren, erfordert jedoch im Vorfeld eine genaue Analyse des neuen Umfelds. Eine Auszeit wiederum kann helfen, die Geschehnisse zu verarbeiten und Kraft zu sammeln, darf jedoch nicht zu lange dauern, um den Anschluss an das aktive Profigeschäft nicht zu verlieren.

Quellen: Sportschau

Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.

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