Diskussion um Rückkehr Russlands in den Weltfußball flammt auf
Nach der vorläufigen Aufhebung der Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees durch das IOC prüft auch die FIFA weitere Schritte für eine mögliche Rückkehr russischer Teams.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufgehoben. Diese Entscheidung hat nun auch im Fußball die Diskussion über eine Rückkehr russischer Mannschaften neu entfacht. Die FIFA teilte auf Anfrage mit, dass sie die Entscheidung des IOC analysieren werde, bevor sie in Abstimmung mit den relevanten Interessenträgern über die weiteren Schritte entscheidet. Die UEFA, die als einer dieser Interessenträger gilt, äußerte sich bislang nicht zu dem Vorgang.
Obwohl der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert anhält, wirbt FIFA-Präsident Gianni Infantino bereits seit längerer Zeit für eine Wiedereingliederung Russlands. Infantino betonte in der Vergangenheit, dass der Sport stets vereinen und eine Brücke bleiben müsse. Sportler, Fans und Kinder könnten nichts für politische Entscheidungen. Er forderte eine Aufhebung der Suspendierung, insbesondere mit Blick auf Jugendmannschaften, da der Ausschluss seiner Ansicht nach lediglich Frustration und Hass geschürt habe.
Widerstand europäischer Verbände verhindert schnelle Umsetzung
Im Herbst 2023 hatten sowohl das UEFA-Exekutivkomitee als auch der FIFA-Rat der Wiederzulassung russischer U17-Teams zugestimmt. Unter den Entscheidungsträgern waren auch Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke und DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Da sich jedoch zwölf der 55 UEFA-Mitgliedsverbände weigerten, gegen russische Mannschaften anzutreten, wurde der Beschluss letztlich nicht in die Praxis umgesetzt. Eine tatsächliche Rückkehr russischer Teams in den Spielbetrieb hängt somit weiterhin maßgeblich von der Bereitschaft anderer Nationen ab, diese Partien auch auszutragen.
Russische Mannschaften sind seit dem Beginn des Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 von den Wettbewerben der FIFA und der UEFA suspendiert. Die Verbände begründeten diesen Schritt damals nicht mit der militärischen Aggression an sich, sondern mit Sicherheitsgründen, der Wahrung der Integrität des Wettbewerbs und der Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs der Spiele. Zuvor war der Versuch gescheitert, Russland unter neutralem Namen und ohne nationale Symbole antreten zu lassen, da zahlreiche europäische Verbände Spiele gegen das Land verweigerten.
Sportliche und finanzielle Verbindungen bleiben bestehen
Durch die anhaltenden Sperren verpasste die russische Nationalmannschaft der Männer bereits die Weltmeisterschaft 2022, die Europameisterschaft 2024 sowie die kommende Weltmeisterschaft 2026. Auch die russischen Frauen waren von den Turnieren der Jahre 2023 und 2025 ausgeschlossen. In den aktuellen UEFA-Regularien für die Europapokalsaison 2026/27 ist Russland ebenfalls nicht als Teilnehmer gelistet.
Trotz der sportlichen Suspendierung blieb der russische Fußballverband (RFU) stets ein vollwertiges Mitglied der FIFA und der UEFA. Russische Funktionäre sind weiterhin in den Gremien beider Verbände aktiv, und es flossen fortlaufend finanzielle Mittel in Millionenhöhe nach Moskau, die laut FIFA und UEFA der Entwicklung des Fußballs vor Ort dienen sollen.
Quellen: Sportschau
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