Verwirrung um Anstoßzeit bei Mexiko gegen England sorgt für Ärger
Eine mögliche Vorverlegung des WM-Achtelfinals zwischen Mexiko und England wegen Sicherheitsbedenken und Wettersorgen stieß im Vorfeld auf heftige Kritik.
Das anstehende WM-Aachtelfinale zwischen Mexiko und England wird wie ursprünglich geplant um 2 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (18 Uhr Ortszeit) in Mexiko-Stadt angepfiffen. Zuvor hatten Berichte über eine mögliche Vorverlegung des Spiels um sechs Stunden auf 12 Uhr mittags für erhebliche Unruhe und Verwirrung gesorgt. Die Diskussionen über eine kurzfristige Terminänderung wurden erst rund 48 Stunden vor dem geplanten Anpfiff beendet, als feststand, dass es beim ursprünglichen Zeitplan bleibt.
Als offizieller Grund für die Überlegungen standen zunächst Bedenken wegen des Wetters im Raum. Am Freitag stufte die FIFA Mexiko-Stadt in einer Risikobewertung aufgrund möglicher Gewitter in die Stufe 2 von 4 ein, was moderate Beeinträchtigungen bedeutet. Mittlerweile hat der Weltverband diese Warnung auf Stufe 3 angehoben. Britische Medien wie "Sky" und "The Athletic" berichteten jedoch, dass Sicherheitsaspekte eine weitaus größere Rolle bei den Verlegungsplänen gespielt haben dürften.
Sicherheitsbedenken nach Todesfällen bei Fan-Feiern
Hintergrund der Sicherheitsbedenken sind die tragischen Ereignisse nach Mexikos Sieg gegen Ecuador im Sechzehntelfinale. Vier Menschen kamen im Zuge der Feierlichkeiten ums Leben. Während ein Mann getötet wurde, nachdem er ein Auto in eine Menschenmenge gesteuert hatte, wurden drei weitere Personen – eine 19-jährige Frau, ein 44-jähriger Mann und eine 48-jährige Frau – im dichten Gedränge erdrückt. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum appellierte daraufhin an die Fans, verantwortungsbewusst zu feiern. Zudem wurde ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen und Plätzen verhängt.
Da auch das Duell gegen England enorme Fanströme anziehen wird, hätte ein früherer Anstoß bei Tageslicht den Sicherheitskräften die Kontrolle der Lage erleichtern können. Dass diese Debatte erst Tage nach den Vorfällen und so kurz vor dem Spiel aufkam, stieß auf Unverständnis. Die FIFA teilte schließlich mit, keine Bedenken gegen den ursprünglichen Termin zu haben, bestätigte die Gespräche über eine Verlegung selbst jedoch nie offiziell.
Heftige Kritik von Mexikos Nationaltrainer
Besonders verärgert über die mangelnde Kommunikation und die drohende Verlegung zeigte sich Mexikos Nationaltrainer Javier Aguirre. Eine kurzfristige Verschiebung des Anstoßes hätte die gesamte Vorbereitung der Mannschaft beeinträchtigt.
Das ist wie ein Schlag in die Magengrube, wir müssten die ganze Vorbereitung ändern. Ich kann Gründe und Argumente verstehen. Aber sie haben mich nicht angesprochen. Und ja, ich bin ziemlich wütend.
Aguirre betonte, dass rund 60 Mitarbeiter im Hintergrund an der optimalen Abstimmung von Ernährung, Schlaf und Physiotherapie für die 26 Spieler arbeiten. Durch die Beibehaltung des Termins bleibt nun auch für die Fans in Großbritannien alles beim Alten. Den englischen Pubs war zuvor bereits gestattet worden, für die Übertragung des Spiels am späten Abend länger zu öffnen.
Quellen: Sportschau
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