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Historisch aufgeladenes Duell um das WM-Finale

Vor dem Halbfinal-Klassiker zwischen England und Argentinien in Atlanta prägen historische Rivalitäten, taktische Kniffe um Lionel Messi und eine drohende Negativserie des FC Bayern die Schlagzeilen.

Im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta kommt es zum geschichtsträchtigsten Duell des Turniers: England trifft auf Argentinien. Die Rivalität zwischen beiden Nationen ist tief verwurzelt und reicht weit über den Sport hinaus. Unvergessen ist das Viertelfinale von 1986, als Diego Maradona Argentinien nur vier Jahre nach dem Falklandkrieg mit der berühmten "Hand Gottes" und einem legendären Solo zu einem 2:1-Sieg führte. Während Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni vor einer Vermischung des sportlichen Wettkampfs mit dem politischen Konflikt von vor 44 Jahren warnt, betonte Mittelfeldspieler Alexis Mac Allister die Motivationskraft der historischen Bilder von Maradona.

Für einen besonderen psychologischen Kniff greift die argentinische Auswahl auf ein Detail aus dem Jahr 1986 zurück: Die Mannschaft wird wie beim damaligen Viertelfinalsieg in dunkelblauen Auswärtstrikots auflaufen. Englands deutscher Nationaltrainer Thomas Tuchel zeigte sich unbeeindruckt und lobte den Schritt pragmatisch. Für Tuchel und die Engländer geht es um den ersten Finaleinzug seit dem WM-Titel 1966.

Tuchel erwägt Manndeckung für Messi

Die sportliche Hauptaufgabe für die englische Defensive liegt in der Bewachung von Argentiniens Superstar Lionel Messi. Der 39-Jährige, der in den K.-o.-Runden gegen Kap Verde und Ägypten traf, steuert das argentinische Spiel auf seine ganz eigene Weise. Statistiken zeigen, dass Messi 63 Prozent seiner Bewegungszeit auf dem Platz im Gehen verbringt. Dennoch warnt Tuchel vor der Genialität des Angreifers, der Räume schneller erkenne als andere und nur wenige Meter für seinen starken linken Fuß benötige. Tuchel zieht daher für das Halbfinale sogar eine klassische Manndeckung in Erwägung.

Auf englischer Seite ruhen die Hoffnungen im Mittelfeld unter anderem auf Elliot Anderson. Der für 135 Millionen Euro zu Manchester City gewechselte Sechser besticht durch enorme Laufarbeit und spulte im Viertelfinale gegen Norwegen 14,8 Kilometer ab, während er gleichzeitig eine Passquote von 94 Prozent aufwies. Auch der erfahrene Dan Burn, dem seit seiner Kindheit ein Finger fehlt, könnte im Halbfinale eine wichtige Rolle in der englischen Defensive einnehmen. Ex-Nationalspieler Mats Hummels prognostizierte im Vorfeld ein enges Match, das letztlich durch einen Geniestreich entschieden werde.

Harry Kane als Retter einer Münchner Serie

Aus Sicht des FC Bayern München hängt an diesem Halbfinale eine historische Serie. Seit der Weltmeisterschaft 1982 stand in jedem Endspiel mindestens ein Profi des deutschen Rekordmeisters. Nach dem Ausscheiden der französischen Nationalspieler Michael Olise und Dayot Upamecano im ersten Halbfinale gegen Spanien ist Englands Kapitän Harry Kane die letzte verbliebene Hoffnung, diese über 40 Jahre andauernde Serie aufrechtzuerhalten.

Unterdessen mobilisieren die argentinischen Fans alles für die Unterstützung ihrer Mannschaft. Zehntausende sind nach Atlanta gereist, wobei einige Anhänger sogar ihre Autos oder Wohnungen verkauften, um die Reise in die USA zu finanzieren. Auf politischer Ebene äußerte sich der britische Premierminister Keir Starmer optimistisch und scherzte im Parlament, ihm sei das Zustandekommen des Ergebnisses egal, solange England am Ende gewinne. Für den Fall des Titelgewinns stellte er zudem die Einführung eines Feiertags in Aussicht.

Quellen: Zeit Online, kicker, kicker, Sportschau

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