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EU-Parlament fordert Regulierung von Dynamic Pricing bei FIFA-Tickets

Nach den extrem hohen Ticketpreisen bei der Weltmeisterschaft 2026 drängt das Europäische Parlament auf Maßnahmen gegen die dynamische Preisgestaltung bei Sport- und Kulturveranstaltungen.

Das Europäische Parlament geht gegen die Praxis der dynamischen Preisgestaltung (Dynamic Pricing) im Ticketverkauf vor. Am Dienstag beschloss das Parlament mit einer deutlichen Mehrheit von 501 Ja-Stimmen bei 61 Gegenstimmen und 95 Enthaltungen den Jahresbericht über Wettbewerbspolitik. In diesem Bericht wird die zunehmende Verbreitung dieses Preissystems kritisiert und die EU-Kommission sowie die Mitgliedstaaten aufgefordert, regulatorische Optionen bis hin zu einem vollständigen Verbot bei Live-Sport- und Kulturveranstaltungen zu prüfen.

Bei der laufenden Weltmeisterschaft 2026 wendet der Weltverband FIFA dieses Prinzip an, bei dem sich die Ticketpreise direkt nach der Nachfrage richten. Dies führte bei zahlreichen Turnierspielen zu Ticketpreisen im hohen vierstelligen Bereich und darüber hinaus. Dennoch verzeichneten die Stadien bislang eine weitgehend gute Auslastung.

Kontroversen und unterschiedliche Ansichten in der Politik

Innerhalb der europäischen Politik und der Fraktionen gibt es unterschiedliche Ansichten über das Ausmaß einer möglichen Regulierung. Der deutsche Grünen-Abgeordnete Rasmus Andresen forderte ein klares Eingreifen: "Die EU-Kommission muss Regeln gegen Dynamic Pricing bei Tickets erlassen. Nur so können Wucherpreise wie bei der WM verhindert werden." Dagegen äußerte sich der EU-Kommissar für Rechtsstaatlichkeit, Michael McGrath aus Irland, zurückhaltender. Mit Verweis auf das Hotelgewerbe und den Flugverkehr sprach er sich gegen ein generelles Verbot aus, forderte jedoch für den Bereich der Fußballtickets "mindestens mehr Transparenz".

FIFA rechtfertigt System - Fanbündnisse und Verbraucherschützer protestieren

Die FIFA verteidigt das Verfahren seit Monaten. Verbandspräsident Gianni Infantino argumentierte, dass zu günstige Eintrittskarten auf dem in den USA legalen Zweitmarkt ohnehin zu deutlich höheren Preisen weiterverkauft würden. Zudem flössen die generierten Einnahmen in die weltweite Förderung des Fußballs.

Dem widersprechen Verbraucherschützer und Fanorganisationen vehement. Die europäische Verbraucherschutzbehörde Euroconsumers und das Fanbündnis Football Supporters Europe (FSE) hatten bereits im März eine gemeinsame Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Els Bruggeman von Euroconsumers betonte, dass die dynamische Preisgestaltung einen dysfunktionalen Markt ausnutze, auf dem die Verbraucher keine Alternativen hätten. Stuart Dykes von der FSE wies darauf hin, dass es beim Ticketverkauf an Wettbewerb fehle, da treue Fans nicht einfach zu einem anderen Verein gehen könnten. Die Erfahrung zeige zudem, dass die Preise durch dieses System ausschließlich stiegen, was einer reinen Gewinnmaximierung zulasten der Anhänger gleichkomme.

Entwicklung in Europa und Ausblick

In Europa ist Dynamic Pricing bereits in mehreren Sportarten und Ligen Praxis. In Spanien nutzt unter anderem der FC Valencia dieses System, gefolgt von weiteren Klubs. In Deutschland wendet der Handball-Bundesligist TBV Lemgo Lippe das Prinzip an, wirbt jedoch damit, dass frühzeitige Buchungen mit günstigeren Preisen belohnt werden. Für die Europameisterschaft 2028 hat die UEFA hingegen bereits eine Absage an diese Praxis erteilt und sich zu einer einheitlichen Preisstruktur von Anfang bis Ende verpflichtet.

Eine gesetzliche Regulierung auf europäischer Ebene könnte über den von der EU-Kommission angestoßenen "Digital Fairness Act" erfolgen. Der offizielle Regulierungsvorschlag für dieses Gesetz zum Schutz von Verbrauchern im Internet wird voraussichtlich Ende 2026 vorgelegt. Der nun verabschiedete Parlamentsbericht verweist explizit darauf, das Thema Dynamic Pricing in diesem Rahmen zu regeln.

Quellen: Sportschau

Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.

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