FIFA leitet Disziplinarverfahren gegen Argentinien ein
Nach mehreren Vorfällen bei der Weltmeisterschaft, darunter ein politisches Banner und Handgreiflichkeiten im Finale, ermittelt der Weltverband gegen den argentinischen Verband und einzelne Akteure.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat ein umfassendes Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Fußballverband (AFA) sowie gegen mehrere Spieler und Betreuer eingeleitet. Hintergrund sind verschiedene mutmaßliche Regelverstöße im Verlauf des Turniers sowie heftige Auseinandersetzungen nach dem Endspiel.
Ermittlungen wegen Falklandinseln-Banner
Ein zentraler Punkt der Ermittlungen betrifft ein Banner, das die argentinischen Nationalspieler nach dem 2:1-Sieg im Halbfinale gegen England in Atlanta auf dem Spielfeld präsentierten. Auf dem Transparent war die Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falklandinseln sind argentinisch“) zu lesen. Da die Nutzung von Sportveranstaltungen für Demonstrationen nicht-sportlicher Art laut FIFA-Statuten untersagt ist, prüft die unabhängige Disziplinarkommission diesen Vorfall als möglichen Verstoß gegen die Disziplinarordnung.
Sowohl die Regierung der Falklandinseln als auch die britische Regierung hatten die FIFA nach dem Spiel zum Handeln aufgefordert. Das Parlament der Inselgruppe im Südatlantik wandte sich zudem mit einem öffentlichen Brief an das Disziplinarkomitee des Weltverbandes. Bereits im Jahr 2014 war Argentinien wegen einer identischen Aktion vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien von der FIFA mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Pfund belegt worden.
Handgreiflichkeiten nach dem Finale
Darüber hinaus fordert die FIFA Stellungnahmen zu den Vorfällen nach dem Finale an, das Spanien mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien für sich entschieden hatte. Nach dem Schlusspfiff kam es in East Rutherford zu schweren Rangeleien, die maßgeblich von argentinischer Seite ausgegangen sein sollen.
Im Fokus steht dabei insbesondere Leandro Paredes, dem eine Tätlichkeit zur Last gelegt wird. Er soll den spanischen Spieler Gavi am Trikot gegriffen, ihn im Gesicht getroffen und zu Boden gestoßen haben. Zuvor hatte Paredes bereits Eric Garcia attackiert. Neben Paredes fordert die FIFA auch Stellungnahmen von den argentinischen Spielern Nahuel Molina und Thiago Almada sowie von Co-Trainer Roberto Ayala an. Auf spanischer Seite wird ausschließlich gegen Gavi ermittelt.
Die Liste der Vorwürfe gegen den argentinischen Verband umfasst zudem diskriminierende Gesänge und Gesten, verspätete Spielanpfiffe, Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, unangemessene Äußerungen von Teams und Zuschauern sowie das Werfen von Gegenständen durch Fans auf das Spielfeld bei mehreren Turnierspielen.
Quellen: Zeit Online, kicker
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