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FIFA setzt bei der Weltmeisterschaft auf neue Ball-im-Aus-Technik

Der Weltverband führt beim Turnier in Nordamerika ein neues technisches Hilfsmittel ein, das den Video-Assistenten bei knappen Entscheidungen an der Seiten- und Torauslinie unterstützen soll.

Die FIFA nutzt bei der Weltmeisterschaft 2026 die sogenannte "Ball-im-Aus"-Technik als neues Hilfsmittel für das Schiedsrichterteam. Mit diesem System kann der Video-Assistent (VAR) präzise feststellen, ob der Ball die Linie vollständig überschritten hat. Das System darf jedoch nicht dauerhaft im laufenden Spiel eingesetzt werden, sodass keineswegs jeder normale Einwurf überprüft wird. Der VAR darf die Technik nur in jenen Szenen anwenden, in denen er laut Protokoll ohnehin eingreifen darf – also insbesondere vor einer Torerzielung oder bei der Entstehung von Strafstößen.

Als historischer Auslöser für die Einführung gilt eine vieldiskutierte Szene der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Beim Gruppenspiel zwischen Spanien und Japan führte eine knappe Entscheidung, bei der der Ball vor dem japanischen Siegtor zum 2:1 die Torauslinie scheinbar bereits überschritten hatte, zum Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft. Johannes Holzmüller, Innovationsdirektor bei der FIFA, erklärte, dass man mit der neuen Technologie nun fundierte und informierte Entscheidungen ermöglichen wolle, um langwierige Diskussionen zu vermeiden.

Technische Basis und verbesserte Abseitserkennung

Die technische Grundlage des neuen Systems bildet die halb-automatische Abseitserkennung, die über 16 spezielle Trackingkameras in jedem WM-Stadion verfügt. Trotz der Automatisierung bleibt der Mensch ein entscheidender Faktor. Der Video-Assistent muss die Daten stets manuell mit dem Videomaterial abgleichen. Laut Holzmüller soll die Technologie unterstützend wirken, die Aufgaben jedoch nicht vollständig übernehmen.

Zudem wurde die halb-automatische Abseitserkennung für dieses Turnier weiterentwickelt. Bei klaren Abseitsstellungen erhalten die Unparteiischen nun direkt ein Signal, wodurch das verzögerte Heben der Fahne in vielen Situationen entfällt. Auch die Darstellung der Akteure wurde präzisiert: Statt eines generischen Avatars, der auf 29 Datenpunkten basierte, wurden die Spieler vorab eingescannt. Dadurch können individuelle Details wie die genaue Schuhgröße berücksichtigt werden. Diese Präzision kam bereits bei knappen Entscheidungen zum Tragen, wie etwa beim nicht gegebenen Treffer Kolumbiens im torlosen Gruppenspiel gegen Portugal.

Neuerungen beim Chip im Ball

Der verbaute Chip im Spielball sendet 500-mal pro Sekunde Standortdaten, um den exakten Moment der Ballabgabe zu bestimmen. Im Vergleich zum Turnier 2022 ist der Chip nicht mehr mittels einer Netzhalterung im Zentrum, sondern an der Innenseite des Balles befestigt. Laut Hersteller Adidas macht diese Konstruktion das Spielgerät unempfindlicher gegenüber Temperatur-, Luftdruck- und Wetterschwankungen an den verschiedenen Spielorten in den USA, Mexiko und Kanada. Zudem ist die Produktion dieser Halterung kostengünstiger, was bei mindestens 15 benötigten Bällen pro Partie und insgesamt 104 Turnierspielen eine Rolle spielt.

Die Sensoreinheit im Ball wiegt insgesamt 14 Gramm, wovon zehn Gramm auf den Chip entfallen. Um die Flugeigenschaften nicht zu beeinflussen, wurde das Gewicht des restlichen Balles entsprechend angepasst. Aufgeladen werden die Chips vor dem Einsatz kabellos über Induktionsladegeräte. Die Technologie hilft auch bei der Erkennung minimaler Ballberührungen. So konnte beim 5:1-Erfolg von Schweden gegen Tunesien ein zunächst wegen Abseits verweigertes Tor von Mattias Svanberg nachträglich anerkannt werden, da die Sensor-Grafik eine minimale Berührung durch Alexander Isak nachwies und somit die Abseitsstellung aufhob.

Quellen: Sportschau

Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.

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