Kritik an XXL-Halbzeitshow und royale Unterstützung für Spanien
Vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien sorgen die verlängerte Pause, der Zustand des Rasens sowie gesundheitliche Sorgen bei den Spaniern für Gesprächsstoff.
Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph "Sepp" Blatter hat scharfe Kritik am aktuellen Kurs des Fußball-Weltverbandes geübt. Der 90-Jährige stört sich insbesondere an der geplanten Halbzeitshow beim anstehenden Endspiel zwischen Argentinien und Spanien am Sonntag. Auf der Plattform X bezeichnete er das Event als "Kopie des Super Bowls" und kritisierte die damit verbundene Verlängerung der Unterbrechung. Er sprach von der "längsten Halbzeitpause der Fußballgeschichte".
Erstmals bei einer Weltmeisterschaft wird es vor dem Anpfiff der zweiten Spielhälfte ein Musikprogramm geben. Unter anderem sollen Madonna, Shakira und die K-Pop-Band BTS auftreten. Die reinen Gesangseinlagen sind auf elf Minuten angesetzt. Da für den Auf- und Abbau der Bühne jeweils sechs Minuten veranschlagt werden und zudem der Rasen bewässert werden muss, wird die Pause voraussichtlich rund 25 statt der üblichen 15 Minuten dauern. Für die Spieler bedeutet dies eine ungewohnt lange Unterbrechung des Spielflusses.
Königlicher Besuch und Sorgen um Yamal
Die spanische Nationalmannschaft darf sich im Stadion von East Rutherford auf hochrangige Unterstützung freuen. Wie das Königshaus in Madrid bestätigte, werden König Felipe VI., Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und Infantin Sofía vor Ort sein. Der König löst damit sein Versprechen ein, das er dem Team nach dem Vorrundenspiel gegen Uruguay für den Fall des Finaleinzugs gegeben hatte. Auch Ministerpräsident Pedro Sánchez wird die Partie im Stadion verfolgen. Für Spanien ist es nach dem Titelgewinn 2010 die zweite Finalteilnahme bei einer Weltmeisterschaft.
Sportlich bangt die Auswahl von Trainer Luis de la Fuente allerdings noch um zwei Leistungsträger. Superstar Lamine Yamal und Pedro Porro verpassten das Mannschaftstraining am Donnerstag aufgrund körperlicher Beschwerden. Porro, der beim 2:0-Halbfinalsieg gegen Frankreich getroffen hatte, war in der 83. Minute ausgewechselt worden. Der spanische Fußballverband (RFEF) gab jedoch vorerst Entwarnung und geht nicht von einem Ausfall des Duos im Endspiel aus.
Rasen bereit, Schiedsrichter nominiert und neue Meisterringe
Der in der Gruppenphase stark kritisierte Rasen im Finalstadion soll sich in einem deutlich besseren Zustand präsentieren. Laut FIFA-Rasenchef Alan Ferguson ist der Untergrund nach einer zweiwöchigen Spielpause zu "95 Prozent" bereit. Zuvor hatten Spieler wie der Franzose Adrien Rabiot den harten und unebenen Platz bemängelt, der sich eher wie Kunstrasen angefühlt habe.
Geleitet wird das Endspiel vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic, für den es das erste WM-Finale seiner Karriere ist. Als Video-Assistent wird der deutsche Unparteiische Bastian Dankert zum Einsatz kommen.
Eine Neuerung gibt es bei der Siegerehrung: Erstmals vergibt die FIFA nach dem Vorbild des US-Sports Ringe an den neuen Weltmeister. Insgesamt werden 30 Ringe für das Siegerteam angefertigt, wobei der Kapitän und der Trainer direkt nach dem Abpfiff eine vorläufige Version erhalten. Zudem sollen 1.996 Repliken an Fans verkauft werden.
Wetterkapriolen und Rauchwarnung in New York
Abseits des Platzes sorgt die Wetterlage für Einschränkungen. Wegen anhaltender Waldbrände in Kanada und Minnesota wurde für den Großraum New York eine Rauchwarnung herausgegeben. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Masken zu tragen und Häuser nach Möglichkeit nicht zu verlassen. Die Finalisten sind in der Region untergebracht, die genauen Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb sind noch unklar. Wetterprognosen deuten jedoch darauf hin, dass Regen und Gewitter am Samstag für eine Abkühlung der aktuellen Hitzewelle und eine Verbesserung der Luftqualität sorgen könnten.
Quellen: Sportschau
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