Joker Merino erlöst Spanien in der Nachspielzeit
Durch ein spätes Tor von Mikel Merino zieht Spanien ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft ein, während Portugals Superstar Cristiano Ronaldo seine WM-Karriere mit einer Niederlage beendet.
Spanien hat sich im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 in Arlington mit 1:0 gegen Portugal durchgesetzt. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechselte Mikel Merino erst in der ersten Minute der Nachspielzeit. Während die Spanier damit in die Runde der letzten Acht einziehen, bedeutet das Ausscheiden Portugals gleichzeitig das Ende der WM-Karriere von Cristiano Ronaldo. Der 41-Jährige absolvierte sein 27. und voraussichtlich letztes Spiel auf der WM-Bühne.
Rasanter Beginn und vergebene Chancen
Beide Mannschaften zeigten von Beginn an ihr hohes technisches Niveau. Spanien erarbeitete sich in der Anfangsphase die besseren Gelegenheiten. Stürmer Mikel Oyarzabal versuchte es zunächst in der 3. Minute aus der Distanz, ehe er nur fünf Minuten später die große Chance zur Führung ungenutzt ließ: Nach einem Zuspiel von Dani Olmo über Pedri schob Oyarzabal den Ball völlig freistehend aus zwölf Metern am rechten Pfosten vorbei. Portugal beteiligte sich ebenfalls aktiv am Spiel, João Cancelo in der 7. Minute und Cristiano Ronaldo in der 12. Minute sorgten mit ersten Abschlüssen für Gefahr.
Das Tempo blieb auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hoch. Nach einer Viertelstunde parierte Portugals Torhüter Diogo Costa einen Schlenzer von Lamine Yamal sowie den anschließenden Nachschuss von Alex Baena. In der 31. Minute verhinderte Costa zudem mit einer Fußabwehr nach einer Hereingabe von Pedri einen Rückstand. Auf der Gegenseite zeigte Spaniens Torwart Unai Simón starke Reflexe gegen João Félix und Ronaldo. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Portugal Pech, als ein leicht abgefälschter Schuss von Nuno Mendes nach einer Ecke an der Latte landete.
Zähe zweite Hälfte und Merinos Lucky Punch
Nach dem Seitenwechsel verlor die Partie an Tempo und Spielfluss. Beide Defensivreihen standen stabiler, zudem unterbrachen mehrere Verletzungspausen den Rhythmus. In der 56. Minute musste Portugals Außenverteidiger Mendes verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Die spanische Offensive agierte phasenweise ideenlos, während Portugal leidenschaftlich verteidigte. Erst in der 73. Minute prüfte Yamal Costa per Freistoß.
Als sich die Zuschauer bereits auf eine Verlängerung einstellten, fiel die Entscheidung: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß steckte Ferran Torres den Ball im richtigen Moment auf den kurz zuvor eingewechselten Mikel Merino durch, der in der 91. Minute freistehend zum 1:0 einschob. Portugal warf in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne. Die beste Ausgleichschance vergab Bernardo Silva, dessen Kopfball nach einer Flanke von Francisco Conceição knapp über das Tor strich. Spanien hielt damit auch im sechsten WM-Spiel in Folge die Null.
Stimmen zum Spiel
Wir wussten ganz genau, dass die Portugiesen tief stehen würden. Wir haben unser Bestes gegeben, grundsätzlich ein gutes Spiel gezeigt und hatten unsere Chancen. Mit dem späten Treffer haben wir den Unterschied gemacht. Jetzt müssen wir aber den Blick nach vorn richten. Es ist noch viel Arbeit. Es geht darum, dass wir uns auf den Erfolgen nicht ausruhen.
Wir sind stolz auf die Leistung. Wir sind mit Herz und Leidenschaft aufgetreten und haben unser bestes Spiel bei dieser WM gezeigt. Es war ein ausgeglichenes Spiel und wir hätten zumindest die Verlängerung verdient gehabt, aber so ist nun einmal der Fußball. Das müssen wir akzeptieren.
Für Spanien geht es am Freitag in Los Angeles im Viertelfinale weiter. Der Gegner wird im Duell zwischen Co-Gastgeber USA und Belgien ermittelt.
Das bittere Turnierende für Cristiano Ronaldo
Für Cristiano Ronaldo endete das Turnier mit einer persönlichen Enttäuschung. Der 41-jährige Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft, der vor dem Achtelfinale angekündigt hatte, dass diese Weltmeisterschaft seine letzte sein würde, blieb über die gesamte Spielzeit weitgehend wirkungslos. Mit nur 16 Ballkontakten hatte er den geringsten Spielbezug aller Startelfspieler, sogar deutlich weniger als die beiden Torhüter Diogo Costa und Unai Simón. Trotz dreier Torversuche konnte er der Partie keine entscheidende Wendung mehr geben.
Quellen: Zeit Online, Zeit Online, kicker, kicker, Sportschau, Sportschau
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