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Kritik an Thomas Tuchel nach WM-Aus wächst

Nach dem verpassten Finaleinzug Englands steht Nationaltrainer Thomas Tuchel in der Kritik, doch der Verband hält offenbar an ihm fest.

Nach dem Ausscheiden Englands im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 sieht sich Nationaltrainer Thomas Tuchel im Königreich massiver Kritik ausgesetzt. Nach der 1:2-Niederlage gegen Titelverteidiger Argentinien werfen Medien, Fans und ehemalige Nationalspieler dem 52-jährigen Deutschen eine zu defensive Taktik und unglückliche Auswechslungen vor. Trotz der Debatte deutet derzeit vieles darauf hin, dass der englische Fußballverband FA an dem Trainer festhalten wird.

Kritik an taktischer Umstellung nach der Führung

England war kurz nach der Pause mit 1:0 in Führung gegangen. In der Folge entschied sich Tuchel gegen positionsgetreue Wechsel. Er brachte zusätzliche Verteidiger für Offensivspieler Anthony Gordon sowie Mittelfeldakteur Declan Rice und stellte auf eine Fünfer-Abwehrkette um. Diese Entscheidung stieß auf breites Unverständnis. Kritiker warfen dem Coach vor, die Initiative leichtfertig abgegeben und den eigenen Strafraum nicht mehr verlassen zu haben, was Argentinien immer wieder zu gefährlichen Vorstößen einlud.

Ehemalige englische Nationalspieler äußerten sich nach der Partie deutlich. Kyle Walker zog in der Zeitung "Sun" Vergleiche zur Amtszeit des früheren Nationaltrainers Gareth Southgate und forderte eine kritische Aufarbeitung der Wechsel. Chris Sutton sprach von einer taktischen Fehlentscheidung und hinterfragte, ob Tuchel der richtige Mann sei, um das Team weiterzuentwickeln. Auch Joe Cole plädierte für eine Trennung und sprach sich dafür aus, dass die englische Nationalmannschaft wieder von einem Engländer trainiert werden sollte. Wayne Rooney kritisierte die passive Spielweise nach dem Führungstreffer ebenfalls als Fehler.

Tuchel übernimmt die Verantwortung

Der Trainer selbst zeigte sich nach dem verpassten Endspiel selbstkritisch und übernahm die Verantwortung für das Ausscheiden. Seine Wechsel begründete er mit dem Versuch, Lufthoheit zu gewinnen und auf Umschaltmomente zu setzen. Dass dieser Plan nicht aufging, lag auch an der spielerischen Klasse der argentinischen Mannschaft, die in der Schlussphase enormen Druck aufbaute.

Trotz der heftigen Reaktionen im Land steht Tuchel beim Verband offenbar nicht vor dem Aus. Sein Vertrag war erst im Februar bis 2028 verlängert worden. Damit soll der deutsche Trainer die Mannschaft auch bei der Europameisterschaft 2028 betreuen, die in England, Nordirland, Irland, Schottland und Wales ausgetragen wird. Englischen Medienberichten zufolge sieht der Verband keinen Grund, von diesem Weg abzuweichen.

Quellen: Sportschau, kicker

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