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Letzter Walzer für den Floh: Messis Weg ins WM-Finale

Vor dem Endspiel gegen Spanien blickt Argentinien auf die Wandlung von Lionel Messi, der bei seiner sechsten Weltmeisterschaft als Anführer und Mentalitätsmonster überzeugt.

Für Lionel Messi war das deutsche WM-Turnier im Jahr 2006 noch ein sportlicher Albtraum, als er bei seiner ersten Teilnahme mit Argentinien im Viertelfinale gegen die Gastgeber ausschied. Zwanzig Jahre später steht der inzwischen 39-jährige Ausnahmefußballer bei seiner sechsten Weltmeisterschaft zum dritten Mal im Finale. Am Sonntagabend trifft er mit der argentinischen Nationalmannschaft auf Spanien und peilt dabei seinen zweiten WM-Titel an.

Während in Argentinien derzeit der Prozess um den Tod des 2020 verstorbenen Nationalhelden Diego Maradona neu aufgerollt wird, kämpft sein Nachfolger im fernen Amerika um die Titelverteidigung. Ein Sieg gegen Spanien im Finale könnte den Offensivspieler, der in seiner Heimat lange Zeit um Anerkennung kämpfen musste, endgültig aus dem Schatten Maradonas heraustreten lassen.

Vom Torjäger zum Anführer

Diese Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist noch deutlicher von Messi geprägt als das Turnier 2022 in Katar. Ohne den Kapitän, der bislang acht Tore und vier Vorlagen beisteuerte, wäre die Auswahl der Südamerikaner wohl bereits vorzeitig ausgeschieden. Neben seinen spielerischen Qualitäten füllt der Profi von Inter Miami zunehmend die Rolle des emotionalen Anführers aus.

Er hat gelernt, Blut zu riechen. Er ist wie ein Tier im Dschungel, das sein Rudel in einer Gefahrensituation beschützt.
Cristina Cubero

Die spanische Journalistin Cristina Cubero, die Messi seit dessen Jugendzeit beim FC Barcelona begleitet, zeigt sich überrascht von der Dominanz des Routiniers. Trotz des Wechsels in die vermeintlich weniger intensive Major League Soccer (MLS) vor drei Jahren agiert der Kapitän in der K.o.-Phase als entscheidender Faktor.

Entscheidende Szenen in der K.o.-Phase

Der Weg ins Endspiel war für den Titelverteidiger von zahlreichen Rückschlägen geprägt. Sowohl beim 3:2 nach Verlängerung im Sechzehntelfinale gegen Kap Verde als auch beim Achtelfinalsieg gegen Ägypten, bei dem die Mannschaft einen 0:2-Rückstand drehte, war Messi der entscheidende Akteur. Auch beim 3:1 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen die Schweiz und beim 2:1-Halbfinalsieg gegen England, bei dem er in der Schlussphase zwei Treffer vorbereitete, führte er sein Team zurück ins Spiel.

Die Beziehung zwischen Messi und den argentinischen Fans war jahrelang kompliziert. Nach der Finalniederlage bei der Copa América 2016 gegen Chile war der Angreifer sogar kurzzeitig aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Der Wendepunkt folgte mit dem Gewinn der Südamerikameisterschaft 2021 in Brasilien, dem der WM-Titel 2022 und ein weiterer Copa-Erfolg im Jahr 2024 folgten. Das Finale gegen Spanien wird Messis 207. Länderspiel-Einsatz sein.

Quellen: Sportschau

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