Manuel Neuer beendet DFB-Karriere nach WM-Aus gegen Paraguay
Nach dem vorzeitigen Scheitern der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft verkündet Torhüter Manuel Neuer seinen endgültigen Rücktritt aus der DFB-Auswahl.
Das vorzeitige Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 hat personelle Konsequenzen. Torhüter Manuel Neuer hat nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay das Ende seiner Karriere in der DFB-Auswahl verkündet. Nach dem verlorenen Elfmeterschießen bestätigte der 40-Jährige am Mikrofon, dass es sich um sein letztes Länderspiel gehandelt habe.
Neuer war für das Weltturnier aus dem DFB-Ruhestand zurückgekehrt, nachdem Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn für ein Comeback gewinnen konnte. Der Torwart des FC Bayern München begründete seine Teilnahme vor dem Turnier mit den Ambitionen auf den Titelgewinn. Nach einer strapaziösen Vereinssaison mit 42 Pflichtspielen und drei Verletzungen verlief das Turnier für den fünfmaligen Welttorhüter jedoch sportlich enttäuschend. Im FIFA-Torhüter-Ranking während des Turniers belegte er lediglich den 36. Platz.
Kritik an der Offensive und unglücklicher Turnierverlauf
Nach dem Ausscheiden äußerte Neuer deutliche Kritik an der Leistung der deutschen Mannschaft und bemängelte insbesondere die fehlende Durchschlagskraft sowie mangelnde Lösungen im Offensivspiel. Während des Turniers kassierte Neuer bei zehn Schüssen auf sein Tor fünf Gegentreffer. Obwohl ihm keine gravierenden Fehler zur Last gelegt wurden, blieben die spielentscheidenden Paraden im laufenden Spielverlauf aus. Auch beim Gegentreffer durch Julio Enciso im Spiel gegen Paraguay war der Keeper machtlos.
Im entscheidenden Elfmeterschießen gegen Paraguay deutete sich kurzzeitig eine Wende an, als Neuer einen Schuss von Antonio Sanabria vorbeilenkte und anschließend den Elfmeter von Fabián Balbuena parierte. Dennoch reichte diese Leistung nicht aus, um das Ausscheiden der DFB-Elf abzuwenden, da auch deutsche Schützen wie Jonathan Tah vergaben. Tah äußerte sich im Nachgang selbstkritisch, betonte jedoch, bei einer nächsten Gelegenheit wieder antreten zu wollen.
Debatten über Bundestrainer Nagelsmann und mögliche Nachfolge
Das frühe Scheitern sorgt auch für intensive Diskussionen über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Nach Informationen der Sportschau kam es in der Frankfurter DFB-Zentrale bereits zu einem dreistündigen Treffen zwischen Nagelsmann und der Verbandsspitze um Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. Dabei soll dem Bundestrainer, dessen Vertrag bis nach der Europameisterschaft 2028 läuft, auch ein Rücktritt nahegelegt worden sein.
Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger forderte nach dem Aus tiefgreifende Veränderungen beim DFB, sprach sich jedoch für einen Verbleib von Sportdirektor Rudi Völler aus. Für den Fall eines Nagelsmann-Abgangs bezeichnete Schweinsteiger eine Konstellation aus Jürgen Klopp als Bundestrainer und Rudi Völler als dessen Gegenpol als Wunschlösung. Laut dem ehemaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel gab es bereits im Jahr 2019 Pläne, Klopp als Nachfolger von Joachim Löw für das Jahr 2022 zu verpflichten, was jedoch nach Grindels Rücktritt nicht weiterverfolgt wurde.
Unterdessen meldete sich Offensivspieler Jamal Musiala über die sozialen Netzwerke zu Wort und entschuldigte sich bei den Fans für die enttäuschenden Leistungen. Der DFB reagierte zudem auf der Plattform Instagram auf zahlreiche sportliche Kritiken, verurteilte dabei jedoch zugleich rassistische und diskriminierende Hasskommentare, die nach dem Ausscheiden gegen Spieler der Nationalmannschaft gerichtet wurden.
Quellen: kicker, Sportschau, Sportschau, Sportschau
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