Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen vor England-Duell in Mexiko-Stadt
Vor dem Achtelfinale gegen Co-Gastgeber Mexiko sieht sich die englische Nationalmannschaft mit feindseligen Fans, extremen Wetterwarnungen und besonderen klimatischen Herausforderungen konfrontiert.
Die englische Nationalmannschaft steht vor dem Achtelfinalduell gegen den Co-Gastgeber Mexiko unter erheblichem Druck. Bereits bei der Ankunft am Mannschaftshotel in Mexiko-Stadt wurden die Spieler und Trainer Thomas Tuchel von zahlreichen mexikanischen Anhängern mit lautstarken Buhrufen und Beschimpfungen empfangen. Der Versuch des englischen Verbandes, die Fans durch die Buchung von zwei verschiedenen Hotels in die Irre zu führen, scheiterte. Aufgrund der aufgebauten Barrikaden und des großen Sicherheitsaufgebots vor der Unterkunft hatten die lokalen Fans den tatsächlichen Aufenthaltsort der Engländer vorab ausgemacht.
Um Störungen der Nachtruhe wie im vorherigen Turnierschnitt zu verhindern, wurden die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft. Vor dem Hotel der Engländer postierten sich Einsatzkräfte der mexikanischen Polizei mit Schutzschilden, zudem patrouilliert die Nationalgarde mit Maschinengewehren auf Pick-ups. Auch Drohnen kamen beim Eintreffen des Teams zum Einsatz. Beim Achtelfinale Mexikos gegen Ecuador hatten mexikanische Anhänger mit erheblichem Lärm und dem Abschießen von Raketen vor dem gegnerischen Hotel für Unruhe gesorgt, woraufhin Ecuador Protest gegen die spätere 0:2-Niederlage einlegte. Um Schlafmangel vorzubeugen, stattete der englische Verband seine Spieler und Betreuer vorsorglich mit Ohrstöpseln und Kopfhörern aus.
Verwirrung um Anstoßzeit und Unwetterwarnungen
Zusätzliche Unruhe brachten Spekulationen über eine kurzfristige Verlegung der Anstoßzeit. Wegen vorhergesagter schwerer Gewitter am Abend des Spieltags stand eine Vorverlegung der Partie um sechs Stunden im Raum. Die FIFA warnte Fans und Mitarbeiter in Mexiko-Stadt vor den Unwettern, hielt jedoch am ursprünglichen Zeitplan fest. Erst kurz vor dem Abflug der Engländer aus ihrem Basecamp in Kansas City erhielten die Verantwortlichen die Bestätigung, dass die Partie wie geplant um 18 Uhr Ortszeit angepfiffen wird.
Spezialvorbereitung auf die dünne Höhenluft
Neben den äußeren Störfaktoren stellt die geografische Lage des Aztekenstadions eine sportliche Hürde dar. Die Arena liegt 2.200 Meter über dem Meeresspiegel, weshalb die Luft dort extrem dünn ist. Seit der Weltmeisterschaft 1966 hat die mexikanische Nationalmannschaft in diesem Stadion lediglich zwei Partien verloren. Um die Spieler auf die Belastung vorzubereiten, nutzte der englische Verband in der Vorbereitung Unterdruckkammern, Sauerstoffmasken und Wärmekammern. Zudem überwacht das medizinische Team die Schlafmuster und das Energielevel der Spieler mithilfe spezieller Messgeräte.
Auch bei der Ernährung überlassen die Engländer nichts dem Zufall und reisten mit eigenen Köchen an. Neben kohlenhydratreichen Mahlzeiten erhalten die Spieler unter anderem Rote-Bete-Saft, der laut wissenschaftlichen Erkenntnissen die Blutgefäße erweitert und den Sauerstofftransport im Körper optimiert.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigt sich die Mannschaft selbstbewusst. Offensivspieler Morgan Rogers erklärte, dass die verschiedenen Hürden und die intensive Vorbereitung die Vorfreude und das Adrenalin im Team vor dem anstehenden K.-o.-Spiel nur noch weiter steigern würden. Unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie ist die Abreise der Engländer zum International Airport Benito Juárez geplant, um den Rückflug ins Basecamp anzutreten.
Quellen: Zeit Online, Sportschau
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