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Brasiliens schleichender Abstieg zum Mitläufer

Nach dem frühen Achtelfinal-Aus gegen Norwegen steht der fünfmalige Weltmeister Brasilien vor einem Scherbenhaufen, während Nationalspieler Vinicius Junior um Entschuldigung bittet.

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Norwegen hat sich Brasiliens Offensivspieler Vinicius Junior mit emotionalen Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Der 25-jährige Profi von Real Madrid entschuldigte sich via Instagram bei den Fans und kündigte an, für den Traum von der Rückkehr an die Weltspitze kämpfen zu wollen. Das 1:2 gegen die Norweger am vergangenen Sonntag beschäftige ihn weiterhin stark. Das Gefühl der Frustration sei enorm, da der Kader stark genug für mehr gewesen sei. Vinicius Junior erzielte im Turnierverlauf vier Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor.

Der Misserfolg reiht sich ein in eine lange Phase der Erfolglosigkeit des Rekordweltmeisters. Seit dem letzten Titelgewinn im Jahr 2002 durch den Finalsieg gegen Deutschland wartet die Selecao auf einen großen Triumph. Bei den folgenden Turnieren 2006 und 2010 war im Viertelfinale Endstation, 2014 folgte nach dem Halbfinal-Einzug das historische 1:7 gegen Deutschland. Nach zwei weiteren Viertelfinal-Teilnahmen stellt das diesjährige Achtelfinal-Aus gegen Norwegen den vorläufigen Tiefpunkt dar.

Das Ende einer Ära und der Verlust der Leichtigkeit

Neben den Ergebnissen bleibt auch die spielerische Entwicklung hinter den historischen Ansprüchen zurück. Während frühere Generationen um Pelé, Garrincha, Romario, Ronaldo oder Ronaldinho den Weltfußball dominierten und für spielerische Leichtigkeit standen, war der Auftritt bei dieser Endrunde von Krampf und hohem Erfolgsdruck geprägt. Bereits in der Gruppenphase gelang gegen Japan nur ein glücklicher 2:1-Sieg. Sobald ein europäischer Kontrahent als erster schwerer Prüfstein wartete, schied Brasilien wie schon bei den vergangenen Turnieren aus.

Das Turnier markiert zudem das Ende einer Ära: Superstar Neymar hat nach dem Ausscheiden unter Tränen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Damit beendet er seine Karriere in der Selecao ohne einen WM-Titel. Während Vinicius Junior weiterhin für die spielerische Klasse steht, fehlt es dem Kader in der Breite an Akteuren von absolutem Weltklasse-Format. Im Vergleich zu Nationen wie Frankreich, Spanien oder England, die homogener und jünger besetzt sind, hat Brasilien sportlich den Anschluss verloren.

Kritik an Verband und Trainer Carlo Ancelotti

In der Heimat sorgt das Abschneiden für scharfe Reaktionen in den Medien. Das Portal "UOL" bezeichnete den Auftritt als feige und lächerlich und sprach vom größten Misserfolg in der Karriere von Trainer Carlo Ancelotti. Der Italiener möchte dennoch im Amt bleiben. Die Zeitung "Estadao" forderte, dass die Mannschaft für künftige Turniere ihre Arroganz und Überheblichkeit ablegen müsse. Der Status als automatischer Titelfavorit sei derzeit nur noch durch die Historie begründet, nicht aber durch die aktuellen sportlichen Leistungen.

Quellen: Sportschau

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