Achtelfinale in Philadelphia findet trotz extremer Hitze wie geplant statt
Trotz Temperaturen von bis zu 39 Grad und einer Unwetterwarnung hält die FIFA an der Anstoßzeit für das Duell zwischen Frankreich und Paraguay fest.
Das anstehende Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 zwischen Frankreich und Paraguay in Philadelphia wird wie geplant ausgetragen. Wie die FIFA am Samstagmittag Ortszeit bekannt gab, bleibt es trotz extremer Wetterbedingungen bei der ursprünglichen Anstoßzeit um 17 Uhr Ortszeit (23 Uhr MESZ). Zuvor hatte der Weltverband die Situation intensiv beobachtet und ein hohes Risiko für wetterbedingte Verzögerungen eingeräumt.
Der U.S. National Weather Service gab für den Austragungsort eine offizielle Warnung heraus, da Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet werden. Die Behörde empfiehlt, anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden oder diese auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden zu verschieben. Erschwerend kommt hinzu, dass das Stadion in Philadelphia über kein Dach verfügt, wodurch eine Kühlung durch Klimaanlagen unmöglich ist und kaum Schattenplätze vorhanden sind. Neben der Hitze drohen zudem Gewitter. Ein solches Unwetter hatte bereits in der Gruppenphase zu einer zweistündigen Unterbrechung der Partie zwischen Frankreich und dem Irak geführt.
Besorgnis bei Frankreich, Zuversicht bei Paraguay
Innerhalb der Mannschaften wird die klimatische Herausforderung sehr unterschiedlich bewertet. Der französische Mittelfeldspieler Désiré Doué äußerte im Vorfeld der Partie deutliche Bedenken hinsichtlich der physischen Belastung.
Wir wissen, dass das Wetter schwierig wird. Man verliert viel Energie. Man schwitzt mehr und verliert mehr Wasser. Manchmal ist man weniger klar im Kopf. Als wir ankamen, war es schon heiß. Jetzt ist es noch heißer. (Désiré Doué)
Aufseiten Paraguays gibt man sich dagegen gelassen. Innenverteidiger Junior Alonso erklärte, solche Bedingungen seien für sein Team völlig normal, und fügte scherzhaft an, dass es am Spieltag gerne noch etwas wärmer werden dürfe. Auch Nationaltrainer Gustavo Alfaro zog Vergleiche zur Heimatstadt Asunción, betonte jedoch, dass dieses extreme Wetter den Spielverlauf zweifellos beeinflussen werde.
Historische Parallelen und das Erbe von 1998
Die Begegnung weckt Erinnerungen an die Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Damals trafen beide Nationen ebenfalls im Achtelfinale aufeinander. Der spätere Weltmeister Frankreich tat sich gegen die Südamerikaner äußerst schwer, ehe Laurent Blanc in der 114. Minute der Verlängerung per Golden Goal den 1:0-Siegtreffer erzielte. Es war das erste Mal in der WM-Geschichte, dass ein Spiel durch diese mittlerweile wieder abgeschaffte Regelung entschieden wurde.
Spielergewerkschaft verurteilt Anfeindungen
Abseits des Sportlichen hat sich die internationale Spielergewerkschaft Fifpro zu Wort gemeldet. Die Organisation beklagt eine deutliche Zunahme von persönlichen, rassistischen und diskriminierenden Anfeindungen gegen Spieler während des laufenden Turniers, sowohl in den sozialen Netzwerken als auch im direkten Umfeld der Stadien. Die Gewerkschaft fordert spürbare Konsequenzen für die Täter sowie ein entschlossenes, gemeinsames Handeln von Social-Media-Plattformen, Medien, Fans und Strafverfolgungsbehörden, um diesem Trend entgegenzuwirken.
Tuchel setzt auf Karma im Aztekenstadion
Unterdessen bereitet sich die englische Nationalmannschaft auf ihr Achtelfinale gegen Mexiko im legendären Aztekenstadion vor. Für England ist es die erste Rückkehr an diesen Ort seit dem Viertelfinale der WM 1986, das durch das berühmte Handspiel-Tor von Diego Maradona entschieden wurde. Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel blickt der geschichtsträchtigen Aufgabe dennoch optimistisch entgegen und hofft, mit der Vergangenheit abschließen zu können. Es sei an der Zeit, das Ganze umzudrehen, und er sei überzeugt, dass das Karma nun auf der Seite der Engländer stehe.
Quellen: Sportschau
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