Stolz und Trauer: Gemischte Gefühle in Afrika nach dem WM-Sechzehntelfinale
Während Marokko und Ägypten bei der Weltmeisterschaft Erfolge feiern, herrscht bei anderen afrikanischen Vertretungen nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale große Enttäuschung und sportliche Ungewissheit.
Das Abschneiden der afrikanischen Mannschaften bei der Weltmeisterschaft 2026 sorgt auf dem Kontinent für ein geteiltes Echo. Zwar erreichten neun der zehn gestarteten Teams die K.o.-Runde, doch für sieben von ihnen war bereits im Sechzehntelfinale Endstation. Während in Ägypten und Marokko großer Jubel über das Erreichen des Achtel- beziehungsweise Viertelfinals herrscht, blicken andere Nationen auf ein enttäuschendes Turnier zurück, das personelle Konsequenzen nach sich zieht.
Jubel in Ägypten und Marokko
In Ägyptens Hauptstadt Kairo feierten Millionen Fans den Einzug ins Achtelfinale nach einem Sieg gegen Australien. Auch in Marokko ist der Stolz groß, nachdem das Team das Ticket für das Viertelfinale gelöst hat. Trainer Mohamed Ouahbi betonte, dass Marokko inzwischen als ernstzunehmender Konkurrent und bedeutende Fußballnation wahrgenommen werde.
Krise im Senegal und personelle Konsequenzen
Beim Senegal sitzt der Schmerz nach dem dramatischen 2:3 nach Verlängerung gegen Belgien tief. Trotz einer 2:0-Führung gab die Mannschaft das Spiel in der Schlussphase aus der Hand. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Nationaltrainer Pape Thiaw. Ihm wird unter anderem die Auswechslung von Mittelfeldregisseur Pape Gueye in der 66. Minute vorgeworfen. Gueye kündigte nach der Partie an, unter dem aktuellen Trainerteam nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen. Trotz einer Vertragsverlängerung bis 2028 gilt Thiaws Verbleib als unwahrscheinlich.
Auch bei der Elfenbeinküste herrscht nach dem 1:2 gegen Norwegen Ernüchterung. Kapitän Franck Kessie bemängelte die fehlende Konsequenz im Angriffsspiel und kündigte an, nach dem Urlaub anstehende Entscheidungen zu treffen.
Stolz trotz des Ausscheidens
Die Kapverden verabschiedeten sich trotz einer 2:3-Niederlage gegen Argentinien erhobenen Hauptes aus dem Turnier. Trainer Bubista sprach von einem historischen Moment für das Land. Innenverteidiger Roberto Lopes erklärte, das Team habe sich einen festen Platz auf der Fußball-Landkarte gesichert.
Ähnlich positiv wird das Abschneiden in der Demokratischen Republik Kongo bewertet. Nach der knappen 1:2-Niederlage gegen England lobten die heimischen Medien den heroischen Auftritt der Mannschaft, die bewiesen habe, mit den großen Nationen mithalten zu können.
Umbruch in Algerien und Unruhe in Ghana
In Algerien steht die Nationalmannschaft vor einem Scherbenhaufen und einem tiefgreifenden Umbruch. Nach dem 0:2 gegen die Schweiz gab der 35-jährige Offensivspieler Riyad Mahrez seinen Rücktritt aus der Nationalelf bekannt. Zudem steht Nationaltrainer Vladimir Petkovic vor dem Aus. Die heimische Presse kritisierte das Abschneiden scharf, eine Krisensitzung des Verbandes steht unmittelbar bevor.
In Ghana kam es nach dem Ausscheiden der „Black Stars“ gegen Kolumbien zu Fanprotesten auf den Straßen von Accra. Sportminister Kofi Adams rief daraufhin zum Zusammenhalt auf und betonte, dass die Mannschaft dennoch einen Schritt nach vorne gemacht habe.
Quellen: Sportschau
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