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Strukturreformen beim DFB: Große Veränderungen brauchen Zeit

Nach dem deutschen WM-Aus werden erneut Rufe nach strukturellen Reformen laut, doch der DFB hat tiefgreifende Veränderungen im Nachwuchsbereich längst in die Wege geleitet.

Nach dem vorzeitigen Scheitern der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 werden aus Politik und Öffentlichkeit wiederholt Forderungen nach grundlegenden Strukturreformen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) laut. Am Mittwoch (08.07.2026) befasst sich auch der Sportausschuss des Deutschen Bundestages schwerpunktmäßig mit der "Nachwuchsförderung im Spitzensport". Ob dabei unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" auch das Abschneiden der Nationalmannschaft thematisiert wird, bleibt abzuwarten.

In der Politik herrscht Uneinigkeit über die Bewertung des Turniers. Während Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) befand, Deutschland habe trotz des Ausscheidens "begeistert", sprach Stephan Meyer (CSU) von einer "veritablen Blamage". Der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktion forderte in der "Rheinischen Post" eine kritische Untersuchung der Trainerrolle sowie eine Aufarbeitung "mit Demut". Zudem solle sich der Verband zügig grundlegenden Strukturfragen stellen.

Fokus auf Personalien statt auf Strukturen

Die Trainerfrage hat sich beim DFB bereits geklärt, nachdem der Verband nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann Verhandlungen mit Jürgen Klopp aufgenommen hat. Die anhaltende Debatte über die Strukturen mündet in der Praxis jedoch meist in Rufen nach personellen Veränderungen. So werden Namen wie Fredi Bobic, Oliver Kahn oder Per Mertesacker ins Spiel gebracht. Mertesacker, der jahrelang die Nachwuchsakademie des FC Arsenal leitete, brachte sich selbst für eine Aufgabe beim Verband ins Gespräch.

Posten könnten im Zuge des Umbruchs frei werden: Andreas Rettig beendet zum Jahresende seine Tätigkeit als Geschäftsführer Sport bei der DFB GmbH & Co. KG. Auch die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler ist offen, sollte dieser unter dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp nicht weitermachen. Zudem leitet Hannes Wolf als Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung die sportliche Ausbildung im Verband.

Das "Projekt Zukunft" läuft bereits

Dabei hat der DFB bereits vor Jahren erhebliche Strukturreformen eingeleitet, die jedoch Zeit benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Im Januar 2022 wurden die wirtschaftlichen Aktivitäten in die DFB GmbH & Co. KG ausgegliedert, um den Profi- vom Amateurbereich zu trennen. Unter dem Namen "Projekt Zukunft", das noch unter dem ehemaligen Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff initiiert wurde, setzt der Verband seither tiefgreifende Reformen im Jugendbereich um.

Ziel dieser Reformen ist es, Fehlentwicklungen in der Ausbildung zu korrigieren. Statt vielseitig einsetzbarer, aber spezialisierungsschwacher Spieler soll wieder mehr Wert auf positionsspezifische Fähigkeiten gelegt werden – wie etwa klassische Außenverteidiger. Zudem stehen die Förderung des Dribblings und der individuellen Klasse im Fokus, nachdem bereits der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw während der Europameisterschaft 2016 das Fehlen von Spielern bemängelt hatte, die sich im direkten Eins-gegen-eins durchsetzen können. Neue Spielformen im Kinder- und Jugendfußball sollen für mehr Ballaktionen und Zweikämpfe sorgen.

Dass solche Reformen erst nach Jahren greifen, zeigt der Blick in die Historie: Nach dem Vorrundenaus bei der EM 2000 verpflichtete der DFB alle Erst- und Zweitligisten zum Aufbau von Nachwuchsleistungszentren. Neun Jahre später feierte die deutsche U21-Auswahl mit Spielern wie Manuel Neuer, Mats Hummels und Sami Khedira den Europameistertitel – Spieler, die später das Gerüst der Weltmeistermannschaft von 2014 bildeten.

Quellen: Sportschau

Dieser Beitrag wurde automatisch aus den verlinkten Quellen erstellt und nicht einzeln redaktionell geprüft.

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