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Trauer um Antonio Rattín: Der "Geburtshelfer" der Roten Karte ist tot

Der ehemalige argentinische Nationalspieler Antonio Rattín ist im Alter von 89 Jahren verstorben – sein Platzverweis bei der WM 1966 veränderte den Weltfußball nachhaltig.

Der Weltfußball trauert um eine seiner historischen Figuren. Wie sein langjähriger Heimatverein Boca Juniors am Samstag über seine Social-Media-Kanäle mitteilte, ist der ehemalige argentinische Mittelfeldspieler Antonio Rattín im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Klub würdigte ihn als Idol und Aushängeschild des Vereins.

Weltweite Bekanntheit erlangte Rattín durch eine folgenschwere Szene während der Weltmeisterschaft 1966 in England. Im Viertelfinalspiel der Argentinier gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister, das England mit 1:0 für sich entschied, geriet Rattín mit dem deutschen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein aneinander. Der Unparteiische aus Stuttgart hatte den Südamerikaner zuvor bereits zweimal verbal verwarnt. Als Rattín den Schiedsrichter erneut beschimpfte, verwies Kreitlein ihn des Feldes. Da Rattín den Platz nicht freiwillig verlassen wollte und sich weigerte zu gehen, musste er schließlich von Polizisten vom Spielfeld geführt werden.

Dieser Vorfall und die daraus resultierenden Missverständnisse auf dem Platz waren der entscheidende Impuls für die FIFA, ein unmissverständliches und sprachunabhängiges System zur Verwarnung und zum Ausschluss von Spielern einzuführen. In der Folge wurden die Gelbe und die Rote Karte im Fußball etabliert, weshalb Rattín bis heute als der "Geburtshelfer" dieser Spielstrafen gilt.

Schweigeminute für Jayden Adams und Wetterwarnung in Miami

Neben der Trauer um Rattín bewegt ein weiterer Todesfall das WM-Turnier. Der südafrikanische Nationalspieler Jayden Adams ist im Alter von nur 25 Jahren gestorben. Adams hatte noch vor knapp zwei Wochen in allen drei Vorrundenspielen für sein Land auf dem Platz gestanden. Die FIFA kündigte an, dass vor den Viertelfinalbegegnungen zwischen England und Norwegen sowie Argentinien und der Schweiz eine Schweigeminute für den Verstorbenen abgehalten wird.

Unterdessen sorgt das Wetter vor dem Viertelfinal-Duell zwischen England und Norwegen in Miami für logistische Sorgen. Der US-Wetterdienst sprach für die Anpfiffzeit eine Warnung wegen extremer Hitze mit gefühlten Temperaturen von bis zu 43 Grad sowie schweren Gewittern aus. Da das Stadion in Miami über kein verschließbares Dach verfügt, drohen bei Blitzeinschlägen im Umkreis von rund 13 Kilometern automatische Spielunterbrechungen von mindestens 30 Minuten. Die FIFA stuft das Risiko für eine wetterbedingte Verzögerung jedoch als gering ein.

Personalien bei England und Norwegen – Schweiz fordert Argentinien

Sportlich gibt es bei den Engländern positive Nachrichten: Mittelfeldspieler Declan Rice ist nach einem Magen-Darm-Infekt rechtzeitig fit geworden und steht in der Startelf. Bei den Norwegern hingegen sitzt der Leipziger Antonio Nusa zunächst auf der Bank; er wird auf dem linken Flügel durch Andreas Schjelderup ersetzt.

Im zweiten Viertelfinale trifft die Schweiz auf Argentinien. Die Eidgenossen stehen erstmals seit 72 Jahren wieder in der Runde der letzten acht Teams. Kapitän Granit Xhaka, der ebenso wie Ricardo Rodriguez und Lionel Messi bereits beim dramatischen Achtelfinal-Duell der beiden Nationen im Jahr 2014 auf dem Platz stand – das Argentinien damals durch ein spätes Tor von Ángel Di María in der 118. Minute mit 1:0 gewann –, zeigte sich selbstbewusst und betonte, den nächsten Schritt machen zu wollen. Trainer Murat Yakin reagierte derweil mit Humor auf Vergleiche mit Film-Bösewichten im US-Fernsehen und erklärte in einer Videobotschaft, seine einzige böse Absicht sei es, andere Länder bei dieser Weltmeisterschaft zu schlagen.

Klarheit herrscht zudem beim südafrikanischen Verband SAFA. Dieser dementierte Berichte über einen Rücktritt von Nationaltrainer Hugo Broos vehement. Broos, der mit Südafrika durch den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft Geschichte geschrieben hatte, bleibt im Amt und wird nach einem Heimaturlaub Ende des Monats seine Arbeit fortsetzen.

Quellen: Sportschau, kicker

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