UEFA lehnt mehrere neue WM-Regeln ab
Der europäische Fußballverband UEFA verzichtet in seinen Wettbewerben auf die Umsetzung zahlreicher neuer Regelungen, die bei der Weltmeisterschaft 2026 eingeführt wurden.
Die UEFA hat der Umsetzung mehrerer neuer WM-Regeln für ihre eigenen Wettbewerbe eine Absage erteilt. Da sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Bundesliga in der Regel an den Vorgaben des europäischen Dachverbandes orientieren, um die Unterschiede zwischen dem Europapokal und dem nationalen Ligabetrieb gering zu halten, dürften diese Neuerungen vorerst auch im deutschen Profifußball keine Anwendung finden.
Unter anderem lehnt die UEFA die Einführung einer Roten Karte für das Verdecken des Mundes im Streit ab. Bei der Weltmeisterschaft führt dieses Verhalten, beispielsweise mit der Hand oder dem Trikot, zu einem Platzverweis, um das Verschleiern von Beleidigungen zu verhindern. Die UEFA teilte ihren Mitgliedsverbänden in einem Rundschreiben mit, dass die Schiedsrichter solche Situationen stattdessen individuell bewerten und abwägen sollen. Sanktionen und nachträgliche Disziplinarverfahren bleiben dennoch möglich.
Keine generellen Trinkpausen und keine Roten Karten bei Spielabbruch
Ebenfalls keine Zustimmung findet die Regelung, bei einem eigenmächtigen Verlassen des Spielfelds Rote Karten zu verteilen. Diese Maßnahme war eine Reaktion auf Vorfälle beim Finale des Afrika-Cups. Die UEFA verweist darauf, dass ein Spiel ohnehin als verloren gewertet wird, wenn einer Mannschaft ein Spielabbruch schuldhaft zugeschrieben werden kann.
Auch die bei der WM obligatorischen Trinkpausen in jeder Spielhälfte wird es in den UEFA-Wettbewerben, einschließlich der Champions League und der Europameisterschaft 2028, nicht pauschal geben. In Deutschland und im Europapokal soll weiterhin wetterabhängig und situativ über Unterbrechungen entschieden werden. Die festen Pausen bei der WM standen in der Kritik und wurden in den Stadien teils mit Pfiffen bedacht, da sie als zusätzliche Werbeflächen für TV-Sender wahrgenommen wurden.
Unterschiedliche Handhabung bei VAR-Eingriffen
Bei der Überprüfung von vermeintlichen Spielerverwechslungen durch den Video-Assistenten (VAR) will die UEFA restriktiv verfahren. Während bei der Weltmeisterschaft ganze Spielsituationen neu bewertet und Fouls nachträglich in Schwalben umgedeutet wurden, will sich die UEFA strikt an den Wortsinn der Regel halten. Demnach soll der VAR nur dann eingreifen, um die Identität des tatsächlich fehlbaren Spielers zu klären, nicht aber, um das Vergehen an sich neu zu bewerten. Laut DFB-Lehrwart Lutz Wagner gibt es seitens der UEFA entsprechende Bestrebungen, die dann auch vom DFB übernommen würden.
Zustimmung gibt es hingegen für den VAR-Check bei Eckbällen. Offensichtlich fälschlicherweise zugesprochene Ecken dürfen künftig korrigiert werden, sofern dies unmittelbar und ohne Verzögerung des Spiels geschehen kann. Falsch verhängte Abstöße dürfen im Gegenzug jedoch nicht nachträglich in einen Eckball umgewandelt werden. Der DFB hält sich eine Entscheidung hierzu noch offen und will sich zunächst mit der Liga und den Vereinen abstimmen.
Keinen Spielraum haben die Verbände bei den verpflichtenden Maßnahmen gegen Zeitspiel. Die bei der Weltmeisterschaft eingeführten Countdowns bei Auswechslungen und Abstößen müssen somit auch auf europäischer und nationaler Ebene umgesetzt werden.
Quellen: Sportschau
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