Mehr als eine Million Fans feiern Spaniens Weltmeister in Madrid
Nach dem Finalsieg gegen Argentinien ist die spanische Nationalmannschaft in der Heimat begeistert empfangen worden, während die FIFA Ermittlungen zu den Vorfällen nach dem Abpfiff einleitet.
Spaniens frischgebackene Fußball-Weltmeister sind nach ihrem Triumph bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika in die Heimat zurückgekehrt. Nach der Landung des Siegerfliegers mit rund anderthalb Stunden Verspätung am Montagnachmittag um 14.33 Uhr auf dem Flughafen Madrid-Barajas begann für die Mannschaft von Nationaltrainer Luis de la Fuente ein dichter Feier-Marathon. Im Zentrum der spanischen Hauptstadt versammelten sich nach Behördenangaben bis zu eine Million Menschen, um die Mannschaft um Kapitän Rodri, Jungstar Lamine Yamal und Siegtorschütze Ferran Torres zu empfangen.
Der offizielle Teil der Feierlichkeiten startete mit einem Empfang im königlichen Palacio Real. Staatsoberhaupt König Felipe VI. gratulierte der Auswahl zu einem epischen Erfolg und würdigte die Qualitäten einer legendären und historischen Mannschaft. Der Monarch erinnerte zudem daran, dass Spanien nun sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen amtierender Fußball-Weltmeister ist. Im Anschluss stand ein Höflichkeitsbesuch bei Ministerpräsident Pedro Sánchez auf dem Programm, ehe sich das Team auf einer Parade im offenen Bus durch die Straßen Madrids bis zum berühmten Cibeles-Brunnen von den Massen feiern ließ.
FIFA-Verfahren nach Vorfällen im Finale
Überschattet wird der sportliche Erfolg von den Ereignissen unmittelbar nach dem Abpfiff des Endspiels, das Spanien mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien für sich entschieden hatte. Die FIFA-Disziplinarkommission hat einen Disziplinar- und Ethikermittler ernannt, um mögliche Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarcode zu untersuchen. Im Fokus stehen körperliche Auseinandersetzungen zwischen Spielern beider Teams. Neben Leandro Paredes, der nach Spielende die Rote Karte sah, richten sich die Ermittlungen Medienberichten zufolge auch gegen Nahuel Molina und den argentinischen Co-Trainer Roberto Ayala. Enzo Fernández hatte bereits in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit Gelb-Rot erhalten.
Auf argentinischer Seite sitzt der Frust tief. Superstar Lionel Messi, der zum zweiten Mal nach 2014 ein WM-Finale verlor, drückte seine Enttäuschung in den sozialen Netzwerken aus. Der Schmerz sei unermesslich und diese Wunde brauche Zeit zum Heilen, schrieb der 39-Jährige. Seine sportliche Zukunft ließ er zunächst offen.
Spannungen zwischen UEFA und FIFA
Für Nebengeräusche abseits des Platzes sorgte zudem das Fernbleiben von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin beim Endspiel. Britischen Medienberichten zufolge boykottierte Čeferin das Finale aus Unzufriedenheit über Entscheidungen des Weltverbandes FIFA. Belastet wird das Verhältnis unter anderem durch den Fall des US-Stürmers Folarin Balogun, dessen Rote Karte nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino ausgesetzt worden war. Die UEFA hatte diesen Schritt scharf kritisiert.
Unterdessen brachte FIFA-Präsident Infantino bereits eine weitere Aufstockung des Turniers ins Gespräch. Nach der Premiere mit 48 Teams bei der diesjährigen Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko schloss Infantino eine Erweiterung auf 64 Teilnehmer für die WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko nicht aus. Dies müsse in den kommenden Gremien analysiert und diskutiert werden.
Quellen: Zeit Online, kicker, Sportschau, Sportschau
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