Wie Nestor Lorenzo Kolumbien zum Geheimfavoriten formte
Nach der verpassten WM-Qualifikation 2022 hat Nationaltrainer Nestor Lorenzo die kolumbianische Nationalmannschaft mit einem intensiven Spielstil zurück in die Weltspitze geführt.
Die Ernennung von Nestor Lorenzo zum kolumbianischen Nationaltrainer löste anfangs wenig Begeisterung aus. Nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 befand sich die Auswahl in einer sportlichen Krise. Der heute 60-jährige Lorenzo hatte zuvor lediglich ein Jahr lang beim peruanischen Erstligisten FBC Melgar als Cheftrainer gearbeitet. Allerdings war er in Kolumbien kein Unbekannter, da er bereits sieben Jahre lang als Co-Trainer unter José Pékerman für den Verband tätig gewesen war.
Unter Lorenzos Leitung entwickelte sich die Mannschaft jedoch schnell zu einer der formstärksten Mannschaften im internationalen Fußball. Zu Beginn seiner Amtszeit startete Kolumbien eine Serie von 23 ungeschlagenen Spielen in Folge, in denen unter anderem Siege gegen Deutschland, Brasilien, Spanien und ein 5:1 gegen die USA gelangen. Erst im Finale der Copa América musste sich das Team durch ein spätes Gegentor in der 112. Minute gegen Argentinien geschlagen geben. Die anschließende Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 gelang souverän vor den Konkurrenten aus Brasilien, Uruguay und Paraguay.
Hohe Intensität und defensive Stabilität
Bei der Weltmeisterschaft besticht Kolumbien durch eine extrem hohe Spielintensität und defensive Stabilität. Nach der Gruppenphase verzeichnete das Team mit 61 Torschüssen den dritthöchsten Wert aller Turnierteilnehmer, während in der Defensive in drei Partien lediglich ein Gegentreffer und zwei Großchancen der Gegner zugelassen wurden. Das Prädikat des Kollektivs zeigte sich unter anderem im Auftaktspiel gegen Usbekistan, als Cucho Hernández in der Nachspielzeit trotz eines intensiven Zweikampfs den Ball sicherte und die Vorlage zum 3:1-Endstand durch Jáminton Campaz lieferte.
Das Gefüge der Kolumbianer besteht aus laufstarken Akteuren wie Luis Diaz vom FC Bayern München, dem ehemaligen Leverkusener Gustavo Puerta, Jhon Arias und Daniel Muñoz. Im Zentrum des Spiels agiert der mittlerweile 34-jährige James Rodriguez als erfahrener Ruhepol, der das Spiel lenkt und mit Distanzschüssen Torgefahr ausstrahlt. Im anstehenden Sechzehntelfinale trifft Kolumbien auf Ghana.
Als sie mich vor vier Jahren geholt haben, haben sie mich geholt, damit ich die Qualifikation schaffe. Jetzt verlangen sie von mir, dass ich die WM gewinne.
Trotz der gestiegenen Erwartungshaltung in der Heimat blickt der Trainer der kommenden Aufgabe gelassen entgegen. Er betone das Vertrauen in seine Spieler und das Ziel, bis zum Ende des Turniers im Wettbewerb zu bleiben.
Quellen: Sportschau
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