Bastian Dankert über WM-Finaleinsatz: "Das Größte, was es gibt"
Der deutsche Schiedsrichter Bastian Dankert blickt auf seine Nominierung als Video-Assistent beim Endspiel der Weltmeisterschaft 2026 zurück.
Der deutsche Schiedsrichter Bastian Dankert hat seinen Einsatz als Video-Assistent beim Finale der Weltmeisterschaft 2026 zwischen Spanien und Argentinien als den Höhepunkt seiner Karriere beschrieben. Dankert, der das Turnier zusammen mit den anderen Video-Assistenten im texanischen Dallas verbrachte, erfuhr im Rahmen einer Videoschalte von seiner Nominierung. FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hatte zuvor dem Slowenen Slavko Vincic die Leitung des Endspiels als Hauptschiedsrichter übertragen und in diesem Zuge auch Dankert für das Schiedsrichterteam nominiert.
Das sind Momente, die bekommt man einmal in seinem Leben. Im WM-Finale nominiert zu werden, das ist das Größte, was es gibt für uns im Fußballsport.
Dankert hatte nach eigenen Angaben auf die Nominierung gehofft, nachdem er in den Viertel- und Halbfinalpartien nicht besetzt worden war. Er betonte die Bedeutung der Turnierteilnahme und erklärte, er wäre vor 30 Jahren auch als Zeugwart zur Weltmeisterschaft gefahren, um dabei sein zu können. Insgesamt verzeichnete Dankert bei seiner dritten Weltmeisterschaft zwölf Einsätze als Video-Assistent oder Assistent des Video-Assistenten. Das Finale betreute er gemeinsam mit Nicolas Gallo aus Kolumbien und Khamis Almarri aus Katar.
Spezialisierung als zweiter Bildungsweg
Für den erfahrenen DFB-Schiedsrichter, der national weiterhin als Hauptschiedsrichter pfeift und unter anderem das DFB-Pokalfinale 2024 leitete, stellt die Spezialisierung auf die VAR-Rolle einen erfolgreichen zweiten Bildungsweg dar. Als er 2014 auf die UEFA-Liste kam, sei die Konkurrenz durch etablierte Schiedsrichter wie Florian Meyer, Felix Brych und Manuel Gräfe sehr groß gewesen. Dankert konzentrierte sich in der Folge intensiv auf die Arbeit als Video-Assistent, bildete sich fort und wertete Bildmaterial aus. Inzwischen gilt er international als einer der gefragtesten Experten in dieser Funktion und war kurz vor der Weltmeisterschaft auch beim Champions-League-Finale in Budapest als VAR im Einsatz.
Technische Neuerungen und Zukunft in der Bundesliga
Die technologischen Entwicklungen bei der Weltmeisterschaft, darunter die weiterentwickelte Abseitstechnik, die "Ball-im-Aus-Technik" sowie der Chip im Ball, bewertet Dankert positiv. Er verglich die Neuerungen mit dem Übergang von einer Fensterkurbel zu einem automatischen Fensterheber im Auto; bei regelmäßiger Anwendung seien diese Hilfsmittel keineswegs störend. Dankert sprach sich dafür aus, bewährte Elemente des WM-Turniers in die Bundesliga zu übernehmen, wie etwa die Überprüfung von Eckbällen durch den Video-Assistenten, um Fehlentscheidungen vor Gegentoren zu verhindern.
Seine Medaille für den Einsatz im Endspiel erhielt Dankert in Dallas von einem FIFA-Offiziellen. Anders als bei der Klub-Weltmeisterschaft 2025, bei der Dankert die Auszeichnung noch direkt von FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump im Stadion überreicht bekommen hatte, waren die Video-Assistenten bei dieser Weltmeisterschaft nicht im unmittelbaren Stadion-Umfeld positioniert.
Quellen: Sportschau
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