Der andere Blick des Jürgen Klopp: Schattencasting für das DFB-Team
Der DFB plant die Zukunft mit Jürgen Klopp als Bundestrainer, dessen Erfolg auf einer ganz eigenen Bewertung von Spielerqualitäten beruht.
Die Weltmeisterschaft 2026 biegt mit den Halbfinals am 14. und 15. Juli auf die Zielgerade ein, während der Großteil der Bundesligisten bereits die Vorbereitung auf die neue Saison aufgenommen hat. Nach dem Saisonstart am 28. August stehen knapp vier Wochen später die ersten Länderspiele an. Am 24. September wird der neue Bundestrainer seine Premiere in der Nations League gegen die Niederlande geben. Beim Deutschen Fußball-Bund geht man fest davon aus, dass Jürgen Klopp diesen ersten Kader benennen wird.
Klopps Erfolg basiert auf einer speziellen Herangehensweise bei der Kaderzusammenstellung. Er benötigt nicht zwingend die im herkömmlichen Sinne besten Fußballer, sondern Profis, die an seine Spielidee glauben und ihm bedingungslos folgen. In seiner Zeit bei Borussia Dortmund trennte er sich von etablierten Kräften wie Mladen Petric und Alexander Frei, um Platz für Spieler wie Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz zu machen, die perfekt in sein System passten. Auch beim FC Liverpool setzte er neben teuren Topstars wie Virgil van Dijk auf Profis wie Joel Matip oder Andrew Robertson, die zuvor nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit standen.
Intensität und Gegenpressing als Maßstab
Klopps Spielweise erfordert extreme physische Bereitschaft. In den Meisterjahren 2011 und 2012 lief die Mannschaft von Borussia Dortmund regelmäßig mehr als 120 Kilometer pro Partie, geprägt von zahlreichen Sprints und intensiven Läufen zur Initiierung des Gegenpressings. Da Nationaltrainer im Gegensatz zu Vereinstrainern keine Spieler kaufen können und deutlich weniger Trainingszeit zur Verfügung steht, wird die Auswahl der passenden Akteure für die Nationalmannschaft umso entscheidender.
Wir brauchen keinen perfekten Plan, aber wir brauchen alle denselben Plan
Dieses Credo deutet darauf hin, dass die Probierphase beim DFB-Team kurz ausfallen dürfte. Wer für die ersten Partien im September nominiert wird, hat das erste Casting für die Europameisterschaft bereits überstanden.
Rocco Reitz als Prototyp des Klopp-Spielers
Ein Kandidat für diese Spielphilosophie ist Rocco Reitz. Der 24-jährige Mittelfeldspieler gehörte in der vergangenen Bundesliga-Saison in den Kategorien intensive Läufe und Sprints zu den Top Ten der Liga. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen und der Laufleistung belegt er vordere Plätze unter den deutschen Profis. Dass Klopp den Mittelfeldakteur schätzt, zeigt sich auch an dessen Wechsel zu RB Leipzig. Klopp, dessen noch aufzulösender Vertrag als "Head of Global Soccer" bei Red Bull eine letzte Hürde auf dem Weg zum Bundestraineramt darstellt, gilt als treibende Kraft hinter diesem Transfer.
Möglich ist zudem, dass der designierte Bundestrainer bereits nach Spielern sucht, die eine ähnliche Entwicklung wie einst Lukasz Piszczek nehmen können. Der Pole kam 2010 als Offensivspieler von Hertha BSC zum BVB und wurde unter Klopp zu einem der laufstärksten Außenverteidiger Europas. Ein potenzieller Nachfolger für Joshua Kimmich könnte derzeit also noch auf einer ganz anderen Position spielen und primär an Toren und Vorlagen gemessen werden.
Quellen: Sportschau
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