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Einlaufkinder bei der Weltmeisterschaft: Der große Moment vor dem Anpfiff

Für viele Kinder aus Kansas City geht bei der Weltmeisterschaft ein Traum in Erfüllung, wenn sie an den Händen der Nationalspieler den Rasen betreten.

Wenn die Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft den Rasen betreten, stehen sie für einen kurzen Moment im Rampenlicht: die Einlaufkinder. Sie begleiten die Profis vor Zehntausenden Zuschauern im Stadion und Millionen an den Bildschirmen auf das Spielfeld. Für die ausgewählten Acht- bis Elfjährigen ist diese kurze Zeitspanne vor dem Anpfiff ein prägendes Erlebnis.

In Kansas City durfte die lokale Ryogoku Fußball-Akademie die Kinder für fünf der sechs dort stattfindenden Turnierspiele auswählen. Aus einem Pool von 250 infrage kommenden Kindern aus den eigenen Fußball-Programmen mussten schließlich 110 ausgewählt werden. Akademieleiter Brad Leonard erklärte, dass die Entscheidung gemeinsam mit weiteren Organisationen der Stadt getroffen wurde. Die Auswahl fiel auf Kinder, welche die Werte der Gemeinschaft im Nordosten von Kansas City am besten repräsentieren, sich engagieren und regelmäßig an den Jugendprogrammen teilnehmen. Leonard betonte, dass alle ausgewählten Kinder aus diesem historisch eher vernachlässigten Stadtteil stammen.

Begegnung mit den Stars im Spielertunnel

Einige Kinder durften bereits Mitte Juni beim Gruppenspiel zwischen Argentinien und Algerien auflaufen. Unter ihnen war der achtjährige Ezequiel, der sichtlich bewegt von der Nominierung war. Auch der elfjährige Ignacio konnte seinen Traum verwirklichen und traf dabei auf sein Vorbild Lionel Messi. Die elfjährige Isabella schilderte, dass sie angesichts der Zuschauermassen im Stadion sehr nervös gewesen sei, während der elfjährige Xavi den argentinischen Superstar im Tunnel als fokussiert und eher wortkarg beschrieb.

Für das Viertelfinale zwischen Argentinien und der Schweiz erhielten Ezequiel und Xavi kurzfristig eine zweite Chance, da zwei andere Kinder ausfielen. Mit welchen Spielern sie dieses Mal einlaufen würden, erfahren sie wie üblich erst direkt im Stadion.

Strenger Ablauf und Generalprobe

Der Tag im Stadion folgt einem geregelten Ablauf. Nach der Sicherheitskontrolle ziehen sich die Kinder um; die Kleidung wird von der FIFA gestellt und verbleibt anschließend bei den Kindern. Vor dem Eintreffen der Zuschauer gibt es eine Generalprobe auf dem Rasen, bei der das Abspielen der Hymnen, das Ausrollen der Flaggen und die Durchsagen des Stadionsprechers dreimal simuliert werden. Die Wartezeit bis zum eigentlichen Auftritt verbringen die Kinder in einem eigens eingerichteten Aufenthaltsraum, der mit Essen, Videospielen und Fußbällen ausgestattet ist.

Für die Familien ist die Teilnahme der Kinder ebenfalls ein besonderes Ereignis, auch wenn nicht alle im Stadion dabei sein können. Xavis Mutter Dalila Sanchez berichtete, dass sich die Familie die teuren Tickets für das Stadion nicht leisten könne, das Spiel jedoch am Fernseher verfolgen werde, um den Moment mit ihrem Sohn virtuell zu teilen.

Quellen: Sportschau

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