Enzo Fernández: Der unermüdliche Arbeiter im argentinischen Mittelfeld
Während Lionel Messi im Rampenlicht steht, zieht Enzo Fernández im Mittelfeld von Titelverteidiger Argentinien die Fäden und blickt auf eine besondere Verbindung zu seinem Idol.
Bei der Weltmeisterschaft 2026 richtet sich die mediale Aufmerksamkeit rund um die argentinische Nationalmannschaft primär auf Lionel Messi, der das Turnier mit bislang acht Treffern als Führender der Torschützenliste prägt. Doch der Erfolg des Titelverteidigers basiert maßgeblich auf Akteuren, die dem 39-jährigen Offensivstar den Rücken freihalten. Der Prototyp dieses Spielers ist Enzo Fernández, der im zentralen Mittelfeld der Südamerikaner als defensiver Stabilisator und Initiator eigener Angriffe agiert.
Der 25-jährige Profi des FC Chelsea vereint die Zweikampfstärke und Intensität eines klassischen Sechsers mit der Ballsicherheit und Offensivkraft eines Achters. Die Statistiken des laufenden Turniers verdeutlichen seine zentrale Rolle im Spiel der „Albiceleste“: Fernández verzeichnete bislang die meisten Ballkontakte (372) sowie die meisten Pässe (322) im argentinischen Team. Zudem liegt er mit zehn Torschussbeteiligungen gemeinsam mit Lautaro Martínez und Alexis Mac Allister auf dem zweiten Platz hinter Messi, der auf 45 Beteiligungen kommt.
Entscheidung im Achtelfinale und familiäre Wurzeln
Seine sportliche und mentale Qualität stellte Fernández im Achtelfinale gegen Ägypten unter Beweis. Nach einem 0:2-Rückstand trieb der Mittelfeldspieler das Offensivspiel der Argentinier kontinuierlich an und erzielte in der Nachspielzeit den Treffer zum 3:2-Endstand.
Ich danke Gott dafür, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, solche Momente zu erleben. Es ist eine große Ehre für mich. Das war das wichtigste Tor meiner Karriere. Dafür lebe ich.
Die Einsatzbereitschaft des Mittelfeldspielers ist auch durch seine Herkunft geprägt. Geboren in San Martín im Großraum Buenos Aires, wuchs er in einfachen Verhältnissen auf und arbeitete als Jugendlicher zeitweise mit seinem Vater als Maler, um die Familie finanziell zu unterstützen. Seinen Vornamen erhielt er von seinem fußballbegeisterten Vater in Anlehnung an den dreimaligen Copa-América-Sieger Enzo Francescoli.
Vom WM-Entdeckung zum Chelsea-Schlüsselspieler
Seinen internationalen Durchbruch feierte Fernández bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, als er sich im Turnierverlauf in die Stammelf spielte, den WM-Titel gewann und von der FIFA als „Bester Junger Spieler“ ausgezeichnet wurde. Nach dem Turnier wechselte er im Januar 2023 für eine Ablösesumme von 121 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Chelsea, nachdem er erst ein Jahr zuvor für 14 Millionen Euro von River Plate nach Portugal gewechselt war.
Für die Nationalmannschaft absolvierte er bereits 45 Länderspiele und gewann 2024 die Copa América. Auf Vereinsebene blieben die ganz großen Erfolge mit Chelsea trotz hoher Investitionen des Klubs aus; die Titel in der Conference League und bei der FIFA-Klub-WM im Jahr 2025 blieben hinter den Erwartungen zurück. Zuletzt sorgte Fernández im April 2026 für Schlagzeilen abseits des Rasens, als ihn Chelsea nach einem öffentlich geäußerten Wechselwunsch zu Real Madrid für zwei Spiele suspendierte.
Die besondere Beziehung zu Lionel Messi
Eine besondere Verbindung pflegt Fernández zu seinem Mitspieler Lionel Messi. Im Alter von 15 Jahren verfasste er nach Messis temporärem Rücktritt aus der Nationalmannschaft im Jahr 2016 einen emotionalen Brief auf Facebook, um sein Idol zum Weitermachen zu bewegen. Darin bat er Messi, aus Spaß an der Freude zu bleiben, da sein Verbleib der größte Stolz für das Land sei.
Heute blickt Fernández mit Stolz auf diese Episode zurück und betont, wie viel ihm die gemeinsamen Erlebnisse und Erfolge bedeuten. Das nächste gemeinsame Kapitel soll im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen die Schweiz folgen, wo Argentinien den nächsten Schritt in Richtung Titelverteidigung anstrebt.
Quellen: Sportschau
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