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Bundestrainer Julian Nagelsmann tritt nach WM-Debakel zurück

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft zieht Julian Nagelsmann die Konsequenzen und legt sein Amt nieder.

Julian Nagelsmann ist nicht mehr Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag offiziell mitteilte, ist der 38-Jährige von seinem Amt zurückgetreten. Sein Vertrag lief ursprünglich noch bis zur Europameisterschaft 2028. Dem Entschluss vorausgegangen war eine dreistündige Krisensitzung am Donnerstag in der Frankfurter DFB-Zentrale, bei der sich Nagelsmann gegenüber der Verbandsspitze erklären musste.

Neben dem Bundestrainer verlässt auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig den Verband. Der 63-Jährige erklärte im Rahmen der Gremiensitzungen, dass er seinen am 31. Dezember 2026 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern werde. Rettig hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bereits vor dem Turnier über diesen Schritt informiert. Zur Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler machte der Verband zunächst keine Angaben.

Als Nachfolger für den Posten des Bundestrainers visiert der DFB Jürgen Klopp an. Der 59-Jährige, der derzeit als "Global Head of Soccer" bei Red Bull unter Vertrag steht und die Weltmeisterschaft als TV-Experte begleitet, hat bereits eine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme signalisiert. Dem Verband stehen nun Verhandlungen bezüglich einer möglichen Ablösesumme an Red Bull sowie über das Gehalt des Wunschkandidaten bevor.

Bastian Schweinsteiger sieht "Dream-Team"

Der ehemalige Nationalspieler und ARD-Experte Bastian Schweinsteiger äußerte sich optimistisch bezüglich der Personalie Klopp. Eine Konstellation mit Rudi Völler und Jürgen Klopp bezeichnete er als potenzielles "Dream-Team" für den deutschen Fußball. Schweinsteiger betonte, er habe das Gefühl, dass diese Verpflichtung zustande kommen werde.

Der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger bezeichnete den Rücktritt von Nagelsmann als richtige Entscheidung. Er mahnte jedoch an, dass sich der DFB nicht ausschließlich auf Jürgen Klopp fokussieren sollte, sondern auch andere Alternativen prüfen müsse. Zudem sei eine inhaltliche Neuausrichtung des Verbandes und ein intensiver Austausch mit den Jugendtrainern im Nachwuchsbereich dringend erforderlich.

Analyse des Scheiterns und sportliche Fehler

Das vorzeitige Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay offenbarte tiefe Risse in der sportlichen Entwicklung unter Nagelsmann. Nach einer zwischenzeitlichen Euphoriephase rund um die Heim-EM 2024 verlor die Mannschaft zunehmend ihre spielerische Linie. Als sportlicher und atmosphärischer Kipppunkt gilt die Rückholaktion von Torhüter Manuel Neuer, die sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit für erhebliche Dissonanzen sorgte. Auch die unklaren Rollenabsprachen mit Spielern wie Leon Goretzka, der trotz gegenteiliger Signale im Turnier ohne Einsatzminute blieb, belasteten das Binnenklima.

Auf dem Platz agierte die DFB-Auswahl ideenlos und defensiv anfällig. Die Hoffnungsträger Jamal Musiala und Florian Wirtz blieben weitgehend wirkungslos, während das Pressing und Gegenpressing kaum griffen. Zudem sorgte Nagelsmann mit öffentlicher Kritik an Stürmer Deniz Undav nach dem Paraguay-Spiel für zusätzlichen Unmut.

Müller fordert Reformen und personeller Umbruch steht an

Weltmeister Thomas Müller meldete sich nach dem WM-Debakel zu Wort und forderte tiefgreifende Reformen im deutschen Fußball. Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge müsse eine konsequente und moderne Spielerausbildung etabliert werden, die einer klaren Spielidee Rechnung trägt. Es brauche den Mut, notwendige Veränderungen im Verband anzustoßen.

Der anstehende Neuaufbau wird das Gesicht der Nationalmannschaft stark verändern. Manuel Neuer hat bereits seinen Rücktritt aus der Nationalelf erklärt. Auch für Routiniers wie Oliver Baumann, Pascal Groß, Antonio Rüdiger und Leon Goretzka dürfte die Zeit im DFB-Team abgelaufen sein. Die Zukunft von Kapitän Joshua Kimmich und Offensivkraft Leroy Sané im Nationaltrikot gilt ebenfalls als ungewiss.

In der Defensive gelten Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah als potenzielle Säulen für die Europameisterschaft 2028. Auf der linken Abwehrseite hat sich Nathaniel Brown festgespielt, dessen Wechsel von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern München bis zum Jahr 2031 mittlerweile offiziell bestätigt wurde. Das erste Wiedersehen der Nationalmannschaft steht Ende September an, wenn in der Nations League vier Partien innerhalb von elf Tagen ausgetragen werden.

Quellen: kicker, kicker, kicker, kicker, Sportschau, Sportschau, Sportschau, Zeit Online, Sportschau, Sportschau, Sportschau, Zeit Online, kicker, kicker, Sportschau

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