Österreich fordert Favorit Spanien im Sechzehntelfinale heraus
Nach dem dramatischen Einzug in die K.o.-Runde trifft das Team von Ralf Rangnick auf den amtierenden Europameister, sieht aber trotz der Außenseiterrolle Chancen.
Österreich steht bei der Weltmeisterschaft 2026 vor einer hohen Hürde. Nach dem dramatischen Einzug in die K.o.-Runde trifft die Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick im Sechzehntelfinale auf den amtierenden Europameister Spanien. Während die Spanier als klarer Favorit in die Begegnung gehen, sieht die österreichische Mannschaft im spielstarken Gegner auch eine Chance für das eigene System.
Kritik trotz historischem Erfolg
Erstmals seit 1998 nimmt Österreich wieder an einer Weltmeisterschaft teil, und zum ersten Mal seit 44 Jahren gelang der Sprung über die Vorrunde hinaus. Dennoch herrscht im Lager des Nationalteams keine uneingeschränkte Zufriedenheit. Das Erreichen der K.o.-Runde glich einer Zitterpartie: Beim 3:3-Unentschieden gegen Algerien war Österreich rechnerisch bereits für drei Minuten ausgeschieden, ehe Sasa Kalajdzic mit seinem späten Ausgleichstreffer das Weiterkommen sicherte.
Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer zeigte sich nach der Partie selbstkritisch und bezeichnete den Auftritt phasenweise als unseriös. Man sei mit einem blauen Auge davongekommen. Auch Teamchef Ralf Rangnick gab zu, dass in vielen Bereichen noch Steigerungsbedarf bestehe, betonte jedoch gleichzeitig den historischen Wert des Erfolgs. Für Rangnick, der das Amt 2022 übernahm und dem Team eine offensive Pressing-Philosophie verordnete, ist es das erste K.o.-Spiel Österreichs bei einer WM seit dem Jahr 1954.
Gemischte Bilanz in der Vorrunde
Der von Rangnick etablierte Vollgasfußball, der auf schnellen Balleroberungen und direktem Zug zum Tor basiert, war in der Gruppenphase nur selten in seiner Reinform zu sehen. Zum Auftakt gab es einen mühsamen 3:1-Erfolg gegen Jordanien, bei dem die Defensive anfällig für Konter war und ein Eigentor sowie ein später Elfmeter in der Nachspielzeit den Sieg sicherten. Es folgte eine engagierte, aber offensiv harmlose Vorstellung bei der 0:2-Niederlage gegen Argentinien.
Beim abschließenden 3:3 gegen Algerien offenbarten sich erneut gravierende Lücken in der Verteidigung. Einfache Dribblings und Zuordnungsfehler ermöglichten den Nordafrikanern drei Treffer, was den Einzug in die nächste Runde gefährdete. Stürmer Michael Gregoritsch, der im bisherigen Turnierverlauf noch ohne eigenen Treffer geblieben ist, bezeichnet Spanien vor dem Duell als klaren Favoriten.
Chancen durch das spanische System
Trotz der Außenseiterrolle könnte die Spielweise der Spanier den Österreichern entgegenkommen. Da Spanien traditionell viel Wert auf Ballbesitz und Spielkontrolle legt, bieten sich für das aggressive Pressing der Rangnick-Elf potenziell Räume für Umschaltmomente. Dass Österreich spielstarke Mannschaften überraschen kann, zeigte das Team in der Vergangenheit unter anderem beim 3:2-Sieg gegen die Niederlande während der Europameisterschaft.
Historisch gesehen ist es das zweite Aufeinandertreffen beider Nationen bei einer Weltmeisterschaft. Das bislang einzige Duell im Jahr 1978 entschied Österreich für sich – ein gutes Omen für die Mannschaft, die laut einer ORF-Umfrage im Vorfeld des Turniers sogar von 32 Prozent der heimischen Fans als potenzieller Weltmeister angesehen wurde. 24 Prozent der Befragten tippten dagegen auf Spanien als kommenden Titelträger.
Quellen: kicker, Sportschau, Sportschau, Zeit Online
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