Spaniens neue Generation vor dem historischen Schritt
Nach dem Europameistertitel 2024 greift die spanische Nationalmannschaft im Finale gegen Argentinien nach dem WM-Pokal und wandelt auf den Spuren der erfolgreichen Generation von 2010.
Zwischen 2008 und 2012 dominierte die erste goldene Generation des spanischen Fußballs das internationale Geschehen und gewann zwei Europameisterschaften sowie die Weltmeisterschaft 2010. Damals stand das Team um die Kapitäne Iker Casillas und Xavi Hernandez vor der Herausforderung, die tiefe Vereinsfehde zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona im Nationalteam zu überwinden. Im Jahr 2026 schickt sich nun eine neue Generation an, diesen historischen Erfolg zu wiederholen. Nach dem EM-Titel 2024 steht die Auswahl von Trainer Luis de la Fuente im WM-Finale gegen Argentinien und kann mit einem Sieg endgültig aus dem Schatten der Vorgänger treten.
Im Vergleich zu der Mannschaft von 2010 zeigen sich deutliche Unterschiede in der Struktur des Kaders. Die einstige Rivalität zwischen Real und Barca spielt keine Rolle mehr. Historischerweise stand bei der Nominierung kein einziger Profi von Real Madrid im Aufgebot, während acht Spieler vom FC Barcelona berufen wurden. Zudem ist das Team deutlich diverser aufgestellt: Standen im WM-Finale 2010 mit Ausnahme von Joan Capdevila nur Akteure der beiden spanischen Spitzenklubs auf dem Platz, so setzte sich die Startelf im diesjährigen Halbfinale gegen Frankreich aus Spielern von acht verschiedenen Vereinen aus drei Ländern zusammen.
Parallelen im Spielstil und Turnierverlauf
Trotz der personellen Unterschiede gibt es spielerische Parallelen. Spanien definiert sich weiterhin über dominanten Ballbesitz. Das historische Tiki-Taka hat sich zu einem kontrollierten Spielstil entwickelt, den Ralf Rangnick als fehlerfreies Uhrwerk bezeichnete. Auch der Turnierverlauf weist Ähnlichkeiten auf: 2010 startete Spanien mit einer Niederlage gegen die Schweiz, 2026 begann das Turnier mit einem torlosen Unentschieden gegen Kap Verde. In beiden Fällen steigerte sich die Mannschaft im weiteren Verlauf des Turniers kontinuierlich.
Besonders die Defensive erweist sich als Fundament des Erfolgs. Kassierte Spanien im gesamten Turnier von 2010 nur zwei Gegentreffer, so ist es im laufenden Wettbewerb vor dem Finale lediglich ein einziges Gegentor. Diese Stabilität ermöglichte knappe Siege gegen Uruguay, Belgien und Portugal. Um jedoch endgültig als zweite goldene Generation in die Geschichte einzugehen, fehlt der Mannschaft um Rodri und Lamine Yamal noch der entscheidende Schritt im Endspiel.
Quellen: Sportschau
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