FIFA weist Kritik an Investorenplänen zurück
Nach dem angedrohten Boykott durch UEFA und Concacaf verteidigt der Weltverband die Pläne von Präsident Gianni Infantino und spricht von fehlerhafter Berichterstattung.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat die deutliche Kritik an den Plänen zur Beteiligung privater Investoren an künftigen Weltmeisterschaften und weiteren Turnieren zurückgewiesen. In einer offiziellen Mitteilung erklärte der Verband, man nehme die öffentlich geäußerten Bedenken zwar zur Kenntnis und respektiere diese, bekräftige jedoch das Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess. Dieser sei in den vergangenen Tagen durch eine fehlerhafte Berichterstattung in den Medien gestört worden.
Die FIFA betonte, dass die vorgeschlagene Gründung einer Tochtergesellschaft ausschließlich dem Zweck dienen soll, allen 211 Mitgliedsverbänden die Möglichkeit zu geben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen. Der Weltverband stellte klar, dass niemand den Fußball verkaufe und dies eine Maßnahme sei, die man niemals in Betracht ziehen würde. Jeder Verband habe das Recht, Widerstand zu leisten und Klarstellungen einzufordern, allerdings könne keine einzelne Instanz für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten.
Pläne für neue Tochtergesellschaft und Frist bis September
Zuvor war bekannt geworden, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino Anteile an den Weltmeisterschaften und weiteren Turnieren an private Investoren veräußern möchte. Zu diesem Zweck soll ein neues Unternehmen gegründet werden, das sämtliche kommerziellen Aktivitäten und die Organisation der Turniere bündelt. Während die FIFA die Mehrheit an dieser Gesellschaft behalten soll, ist der Verkauf von Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an ausgewählte Investoren vorgesehen. Berichten zufolge hat Infantino den Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um dem Vorhaben zuzustimmen. Für die Umsetzung ist eine einfache Mehrheit ausreichend.
Widerstand und Boykottdrohung von UEFA und Concacaf
Gegen diese Pläne regt sich massiver Widerstand im internationalen Fußball. Die 55 Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beschlossen, sämtliche FIFA-Turniere zu boykottieren, sollte das Vorhaben weiterverfolgt werden. Dieser Haltung schloss sich auch der Kontinentalverband Concacaf, der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständig ist und 41 Mitglieder vertritt, an.
Die UEFA wies die Darstellung der FIFA, es handele sich um einen demokratischen Prozess, entschieden zurück. Der europäische Dachverband bezeichnete das Vorgehen als einen Akt der Nötigung, der einer verantwortungsvollen Institution unwürdig sei. Sobald externe Investoren Beteiligungen an FIFA-Wettbewerben erwerben würden, verändere sich der Fußball dauerhaft, da kommerzielle Rendite zu einer permanenten Verpflichtung werde.
Quellen: Zeit Online
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