FIFA forciert Prüfung einer WM-Aufstockung auf 64 Mannschaften
Der Weltverband FIFA beschleunigt die Pläne für eine weitere Vergrößerung der Weltmeisterschaft, während Präsident Gianni Infantino intern unter erheblichem Druck steht.
Die FIFA treibt die Pläne für eine weitere Vergrößerung der Fußball-Weltmeisterschaft voran. Der Weltverband hat die Prüfung eines Turniers mit 64 Mannschaften beschleunigt und will die Auswirkungen einer solchen Ausweitung des Teilnehmerfelds innerhalb kurzer Zeit untersuchen lassen. Ein unabhängiges Unternehmen soll mit dieser Analyse beauftragt und bis zum 14. August ausgewählt werden. Das Ergebnis der Untersuchung soll bereits am 11. September vorliegen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte eine erneute Aufstockung bereits während der ersten Weltmeisterschaft mit 48 Teams in den USA, Mexiko und Kanada in Aussicht gestellt und eine Diskussion in den Verbandsgremien angekündigt. Unterstützung für das Vorhaben signalisiert der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol. Die Südamerikaner erhoffen sich dadurch zusätzliche Spiele bei der Weltmeisterschaft 2030 auf ihrem Kontinent. Für dieses Turnier sind in Südamerika bislang nur drei Partien vorgesehen, während Spanien, Portugal und Marokko als Hauptausrichter fungieren.
Widerstand gegen Investorenpläne und interne Kritik
Die Bekanntgabe des straffen Zeitplans fällt in eine Phase schwerer interner Konflikte beim Weltverband. Infantinos Pläne, Anteile an den FIFA-Turnieren an private Investoren zu verkaufen, stoßen auf breiten Widerstand. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) drohte für diesen Fall mit einem Boykott durch ihre 55 Mitgliedsverbände. Auch der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf sowie die asiatische Konföderation AFC lehnen das Vorhaben ab. Ob Infantino für seine Pläne unter den 211 Mitgliedsverbänden noch eine Mehrheit besitzt, gilt als offen.
Zudem formiert sich im direkten Umfeld des Präsidenten Opposition. Infantinos Berater Carlos Cordeiro trat aus Protest gegen die Pläne zurück. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf dem FIFA-Präsidenten in einem Schreiben vor, die Angestellten hintergangen zu haben. Lamour bezeichnete den geplanten Verkauf als das Projekt einer einzelnen Person, das gestoppt werden müsse.
Quellen: Zeit Online
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